"Unser Rathaus soll schöner sein, närrische Weiber, bringt Gold herein" stand am unsinnigen Donnerstag auf dem Riesenbanner, das aus dem Rathaus in Weismain hing. Und die närrischen Weismainer Weiber kamen dieser Aufforderung tatsächlich nach: Elegant in Gold gewandet und mit Schmucksteinen verziert, standen sie um 17.17 Uhr vor dem Rathaus.

Doch zunächst forderten sie mit Trillerpfeifen die Öffnung des Gebäudes und die Übergabe des Schlüssels. Tatsächlich kam der Chef des Rathauses, Udo Dauer, selbst heraus, noch mit Krawatte, die aber - dem Faschingsbrauch entsprechend - sofort abgeschnitten wurde.

Vor dem Einlass der Weiber brachte Dauer noch einen Seitenhieb auf den sehr scharf geführten Wahlkampf an: "Ich musste erfahren, dass die Belegschaft des Weismainer Rathauses unmotiviert, völlig verunsichert und immer schlecht gelaunt sei. Dies ist alles riesiger Quatsch. Wir werden es beweisen, dass dem nicht so ist, denn heute sind alle hier, um ,Udo, den Unberechenbaren‘ bei der Verteidigung des Rathauses zu unterstützen."

Der Rathaus-Schlüssel sei von seiner treuen fleißigen Gefolgschaft unauffindbar versteckt worden. "Ihr närrischen Weiber werdet ein schweres Problem haben, diesen zu finden", erklärte der "Unberechenbare". Mit Geschicklichkeit, Mut, Unerschrockenheit und Ausdauer müssten diese im Duell gegen die Mitarbeiter oder anwesenden Stadträte die Übergabe des Schlüssels erzwingen.

Die Aufgaben bestanden darin, am Glücksrad zu drehen, Büroklammern mit der Zunge zu schieben (hier hatte Zweiter Bürgermeister Hans Schott gegen die Spezialistin der närrischen Weiber keine Chance), Karten zu "veräußern" (dabei mussten Schafkopfkarten mit dem Mund zum nächsten gegeben werden, auch dabei setzten sich die Damen durch) und eine "ruhige Kugel" zu schieben (hier musste man wie beim Luftballonspiel mit einem zwischen die Wangen geklemmten Tischtennisball eine Strecke schnellstmöglich zurücklegen (und wieder hatten die Weiber die Nase vorn). Einzig das Flaschenspiel, bei dem mit einem Tennisball in einer Strumpfhose Flaschen umgeworfen werden sollten, gewann Uwe Dück für die Rathausmannschaft.

Mit Gold erpresst ...

Mit dem Sieg beim möglichst schnellen Platzen-lassen eines Luftballons zwischen zwei Akteuren hatten die goldigen närrischen Weiber die Hinweise auf den Verbleib des Rathausschlüssels beisammen. Dieser war im Eingangsbereich der "Wunderbar" mit "Motivationsdrinks" zum Sonderpreis (gesponsert by Udo) versteckt. Stotz präsentierten ihn die Weiber bei fetziger Musik allen anwesenden Narren.

Aber die goldigen närrischen Weiber hatten noch einen Goldschatz dabei und gaben bekannt, wie sie zu diesem gekommen waren: "Überall ist in Weismain Gold versteckt, und wir närrischen Weiber haben's entdeckt. (...) Aufgeteilt wird das Gold, jeder kriegt das Gleiche, und in Weismain gibt's keine Armen mehr, sondern nur noch Reiche!" Wenn der Bürgermeister etwas von dem Gold haben wolle, müsse er ein "Golden girl" wie die närrischen Weiber werden. Und da ein Bürgermeister in Weismain momentan wohl alles für Geld tut, willigte ,Udo, der Unberechenbare‘ in diesen Deal ein.

Im Nu waren Glitzergewand und vergoldete Strumpfhosen angezogen, und auch die goldenen Schuhe passten wie angegossen. Selbst Goldstücke aus der Wanne holte er mit den Zähnen heraus. Damit war die Stimmung am Höhepunkt, und Abbas Welthit "Money, money, money" rockten alle mit. rdi