von unserem Mitarbeiter Christoph Winter

Coburg — Die bösen Überraschungen stecken im Untergrund: Beim Bau der neuen Dreifach-Sporthalle an der Ecke Karche- und Bamberger Straße sind in einer Grundwasserprobe polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden worden. Im zwischenzeitlich abgetragenen Erdwall entlang der Bamberger Straße fanden sich nach den Worten von Thorsten Huld vom Hochbauamt der Stadt Sulfate. "Die stammen wahrscheinlich von mineralischem Bauschutt."
Das Gelände im Coburger Süden und damit das Grundstück der neuen Dreifach-Sporthalle auf dem Ketschenanger ist vor Jahrzehnten um bis zu 1,80 Meter aufgefüllt worden. Wie Thorsten Huld am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats mitteilte, überschreitet das Grundwasser dort nach einer Untersuchung den Stufe-1-Wert bei PAK. Eine weitere Grundwasserprobe, aus einem Brunnen auf der Benno-Benz-Sportanlage entnommen, bestätigte die Verunreinigung nicht.


Kläranlage macht's teuer

Das Grundwasser bedeutet einen erhöhten Aufwand beim Bau der Sporthalle, der sich bislang nur grob abschätzen lässt. "Schließlich steht das Gebäude später etwa 1,10 Meter tief im Grundwasser", sagt Huld. Während der Bauarbeiten muss das Wasser aus der Baugrube abgepumpt werden. Gerechnet wird mit sechs bis zwölf Litern Wasser je Sekunde. Wenn das Wasser unbelastet ist, kann es durch den Regenwasserkanal und weiter in die Itz geleitet werden. Sollte es verschmutzt sein, dann wird es über das Kanalsystem in die Kläranlage gepumpt. Ersteres kostet 15 Cent Einleitungsgebühr je Kubikmeter, zweiteres drei Euro. Bei starker Belastung müsste das Grundwasser vor Ort in einer speziellen Anlage gereinigt werden, was wiederum noch höhere Kosten nach sich ziehen würde.
Um Gewissheit über eine mögliche Schadstoffbelastung zu erhalten, soll die Baugrube der Sporthalle bis auf den gewachsenen Boden ausgehoben werden. Sollten sich höhere Entsorgungskosten für Erdreich und Grundwasser ergeben, so Thorsten Huld, könne bei den nachfolgenden Bauarbeiten und Ausstattungen nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden, um den gesetzten Kostenrahmen von acht Millionen Euro einzuhalten. Daher, und auch dies fand die einmütige Zustimmung des Bau- und Umweltsenates, werden der Roh- und Innenausbau erst später ausgeschrieben.