Wie die beiden Vorjahre, so begann auch 2020 mit großer Trockenheit. Die Schäden, die dadurch in der Landwirtschaft entstehen, sind unübersehbar. Noch stärker treffen die klimatischen Auswirkungen jedoch die Waldbesitzer. Aus diesem Anlass hatte CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner zur Waldbegehung eingeladen, die in Königsfeld begann und sich auf dem Kordigast fortsetzte. Dabei war es ihr wichtig, nach dem "Nationalen Waldgipfel" 2019 die Auswirkungen des Klimawandels in den fränkischen Wäldern bewusster zu machen - zumal nach zwei Dürrejahren die Waldschäden zunehmen und der Holzmarkt massiv eingebrochen ist.

"Waldbesitzer sind überfordert"

Dem Grußwort des Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung Lichtenfels/Staffelstein, Robert Hümmer, war die Dringlichkeit des Handelns zu entnehmen. Er sagte, dass der Wald drei trockene Jahre fast nicht mehr verkraften kann. Viele Waldbesitzer sehen sich inzwischen als überfordert, nachdem auch die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung versagt habe.

Hümmer sagte voraus, dass sich in zwei bis drei Jahren vielleicht sogar die Fichte im Landkreis Lichtenfels verabschiedet haben werde.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer Hans-Georg von der Marwitz ging auf die aktuelle Situation ein, wobei er nach einigen Informationen zum Energie- und Klimafonds feststellte, dass bei manchen Waldbesitzern gegenwärtig nicht einmal mehr der Erlös des Holzverkaufs ausreiche, um die Kosten des Holzeinschlags und der Waldbewirtschaftung zu tragen. Viele Waldbesitzer und ihre Familien stünden vor dem Aus, sagte der Abgeordnete.

Wald als wichtiges Ökosystem

Deshalb sollte der Gesellschaft bewusst werden, welche Leistung der Wald für das gesamte Ökosystem und den Klimaausgleich sowie als Wasserspeicher habe. Der Wald müsse geschützt werden. Wie dringlich dabei Entscheidungen sind, verdeutlichte von der Marwitz mit dem Hinweis, dass nach letzten Erhebungen in Deutschland 3000 Hektar Wald als Schadflächen eingestuft werden. Zudem müssten annähernd 200 Millionen Festmeter Schadholz aufgearbeitet werden.

Unterstützung beim Waldumbau

Dies mache deutlich, dass alle diejenigen, die für den Wald tätig sind, so ausgestattet werden müssen, dass sie in der Lage sind, sich den Herausforderungen, die der Umbau und die Stabilisierung der Wälder mit sich bringen, bewältigen können. Von staatlicher Seite sei deshalb ein Konjunktur- und Zukunftspaket mit einem Gesamtvolumen von 130 Milliarden Euro aufgelegt worden, um die geschwächte Wirtschaft in der Corona-Krise zu stärken. Zudem sei ein Maßnahmenpaket mit 700 Millionen Euro für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder eingestellt worden. Dadurch, so der Abgeordnete, soll nicht nur die Forstwirtschaft gefördert werden, es könnten auch kleineren Waldeigentümern Unterstützungen zufließen, beispielsweise um Maschinen für die Waldbewirtschaftung zu kaufen.

MdB Emmi Zeulner sieht mit dem Konjunkturpaket die Möglichkeit gegeben, dass Waldbesitzern im ländlichen Raum geholfen werden kann. Sie erachte es als wichtig, weiter "gemeinsam für den Wald" zu kämpfen.