René Gatzenberger ist als Bandagistenmeister beim Sanitätshaus Hertlein in Kronach angestellt und beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit flachgestrickter Kompressionsversorgung bei Lipödemen.

"Die Strumpfhosen aus Flachstrick müssen individuell nach Maß angefertigt werden", weiß der Steinberger. Wichtig sei, dass es sich um einen Einteiler handelt und die Füße mit eingeschlossen sind. Andernfalls könne Druck auf die Venen in den Füßen entstehen.

Fettzellen unter der Haut

"Bei einem Lipödem bilden sich Fettzellen, die wie Butter zwischen der Haut und den Muskeln liegen", erklärt Gatzenberger. Dies könne weder durch eine gesunde Ernährung noch durch Sport verhindert werden. "Wenn Betroffene Sport ohne Flachstrickstrumpfhose betreiben, kann sich die Situation sogar weiter verschlechtern", beschreibt er das Krankheitsbild. Beim Sport dehnen sich die Muskeln aus, danach ziehen sie sich wieder zusammen.

Weil ein Lipödem immer mit einer Schwäche des Bindegewebes zusammenhänge, könne sich dann neues Fettgewebe zwischen der Haut und den Muskeln ansammeln. Gatzenberger rät Betroffenen, die Flachstrickstrumpfhosen täglich von früh bis abends zu tragen.

Optische Verbesserung

"Die Strumpfhosen sitzen wie eine zweite Haut, die alles zusammenpresst, am Körper", sagt der Bandagistenmeister. Beim Tragen wirke der Flachstrick wie eine Mikromassage auf die Haut, die dafür sorgt, dass diese elastisch bleibt. "Auch sorgen die Strumpfhosen für einen hohen Arbeitsdruck und eine feste Wandstabilität." Während des Tragens trete vorübergehend eine optische Besserung ein. cd