Auf Einladung des Diözesan-Caritasverbands Würzburg sind über 80 Frauen und Männer aus unterfränkischen Einrichtungen zum vierten Pflegekongress nach Bad Bocklet gekommen. Wie der Verband berichtet, beschäftigte sich die Veranstaltung besondern mit dem Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Kongress im caritaseigenen Kurhaus Hotel Bad Bocklet stand unter dem Motto "Stärke deine Pflege-Kraft".

"Sie haben es sich verdient, zu sich zu kommen und sich selbst etwas Gutes zu tun", erklärte Silke Birklein, Referentin für Gesundheit, Alter und Inklusion. Den Planern habe es am Herzen gelegen, das persönliche Befinden der Pflegekräfte zu stärken. Der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbands, Domkapitular Clemens Bieber, betonte die Bedeutung: "Sie haben das Recht, auch darauf zu schauen, dass ihre Kraft stabil bleibt", sagte er.

Der Bremer Pflegewissenschaftler Heiner Friesacher machte sich laut Mitteilung für wertbasiertes Pflegeverständnis stark. Um unter den gegebenen Bedingungen gut und zufriedenstellend zu pflegen, sei die Sinnfrage unerlässlich. Friesacher erläuterte, dass Pflege sich nicht in Versorgung und Behandlung erschöpft. Pflege sei vielmehr eine zutiefst menschliche Praxis. Dass die Arbeit der Pflegenden weit über eine reine Dienstleistung hinausgehe, zeige zum Beispiel die Tatsache, dass es immer um existenzielle Dinge gehe. "Pflege ist eine Arbeit, die Würde schafft", erklärte der Wissenschaftler.

Ein wertbasiertes Verständnis von Pflege müsse dies im Blick haben. Dies gelte nicht zuletzt auch für die Pflegeunternehmen. Konfessionellen Trägern wie der Caritas attestierte er einen "enormen Vorsprung". Zugleich gelte auch für sie, dass es nicht nur "Ethik in der Organisation" bedürfe, also der Festlegung von Wertstandards. Es brauche auch eine "Organisation der Ethik", um die gewünschten Werte tatsächlich in den Alltag zu integrieren.

Praktische Ansatzpunkte für die Selbstpflege konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Workshoprunden erlernen. Verteilt im Kurpark und im Kurhaus Hotel hatten sie die Möglichkeit, ein breites Spektrum von Ansätzen für die Eigenfürsorge kennenzulernen. Vom spirituellen Tanz bis hin zur christlichen Meditation standen Angebote bereit. Bei den unterschiedlichsten Angeboten zwischen Stille, Bewegung, Konzentration, Austausch und Wellness ging es stets um denselben Kern: Gute Arbeit gelingt nur mit einer guten Haltung, sowohl zu sich selbst, als auch zum eigenen Beruf.

Rainer Ziegler, Kur- und Rehaseelsorger in Bad Bocklet, ging auf die biblische Fundierung der Fürsorge ein. "Was willst du, dass ich dir tue?", habe Jesus den Kranken gefragt. Diese Frage müssten Pflegekräfte auch sich selbst stellen. So würden sie nicht nur sich, sondern auch den ihnen anvertrauten Menschen Gutes tun. red