Im Bistum Würzburg können ab Montag, 4. Mai, unter Einhaltung von strengen Sicherheitsmaßnahmen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Zunächst sind nur nichteucharistische Gottesdienstformen erlaubt. Dazu gehören Wort-Gottes-Feiern ohne Kommunionspendung, die Feier der Tagzeitenliturgie und Andachten. Die heilige Messe kann weiter über Streaming-Angebote mitgefeiert werden. "Das Wichtigste ist in der Situation der Coronakrise der Schutz der Gesundheit der Gläubigen", schreibt Bischof Franz Jung in seinem am Mittwoch veröffentlichten Dekret.

Die Feier des Gottesdienstes sei ein Grundvollzug von Kirche und ein wesentlicher Glaubensvollzug der Gläubigen. "Insofern ist es ein wichtiges Anliegen, nach Wochen ohne die Feier öffentlicher Gottesdienste diese wieder zu ermöglichen, soweit es der Schutz der Gläubigen zulässt", schreibt Bischof Jung.

Im Bistum wird es nach den weiteren Angaben der Diözese eine gestufte Wiederzulassung der Gottesdienste geben. Zunächst sind nur nichteucharistische Gottesdienstformen erlaubt. Nach einer gewissen Zeit und dem Sammeln von Erfahrungen wird über die Zulassung der öffentlichen Feier der Eucharistie neu beraten.

Aufgrund der ländlichen Struktur des Bistums mit vielen kleinen Gemeinden ist die Beschränkung von Gottesdiensten nur auf große Kirchen eher schwierig. Es kommen allerdings nur Kirchen infrage, in welchen die Bankreihen von beiden Seiten frei zugänglich sind. Der Mindestabstand von zwei Metern zwischen zwei Personen muss eingehalten werden. Familienmitglieder mit gemeinsamer Wohnung müssen die Abstandsregeln nicht beachten.

Das Dekret sieht unter anderem die Festsetzung einer Höchstzahl von Teilnehmern, ein Anmeldeverfahren und die Einlasskontrolle durch Ordner vor. Menschen mit Fieber oder mit einer Atemwegserkrankung oder solche, die mit Covid-19 infiziert oder daran erkrankt sind, dürfen nicht am Gottesdienst teilnehmen. Während des Gottesdienstes muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Gemeindegesang ist nur in sehr reduzierter Form vorzusehen, da Singen ein besonderes Risiko durch Tröpfcheninfektion birgt. Auf Chorgesang wird verzichtet. Das "Gotteslob" ist selbst mitzubringen.

Trauungsgottesdienste sind wie öffentliche Gottesdienste zu behandeln. Tauffeiern sind zu verschieben. Beisetzungen dürfen nur im engsten Familienkreis ohne Requiem stattfinden. Die Krankensalbung für Einzelpersonen darf gespendet werden, die Begleitung von Sterbenden ist weiter Aufgabe der Seelsorge. Wallfahrten sind verboten. pow