Es waren zwei herrliche Festtage im Felsengarten von Joachim Roppelt: Das Felsen- und Tanzlindenfest stand am Wochenende ganz im Zeichen der 90-Jahr-Feier des Gesangvereins Liederkranz Wichsenstein unter der Schirmherrschaft von Vizelandrätin Rosi Kraus (CSU).
Landrat Hermann Ulm (CSU) betonte während seines Grußworts beim Festkommers, dass der Gesangverein Wichsenstein die Zeichen der Zeit erkannt habe. Denn man habe es in Wichsenstein geschafft, die Freude am Gesang an die nächste Generation weiterzugeben und zu erhalten. Gelungen sei das zum einen durch die Gründung des Kinderchors "Felsenspatzen", zum anderen aber auch durch die Chorgemeinschaft mit dem Männergesangverein Gößweinstein und dem gemischten Kirchenchor St. Erhard, der seit 2009 ebenfalls unter dem Vereinsdach von Liederkranz Wichsenstein integriert ist.
"In der Fränkischen Schweiz ist die Welt noch in Ordnung", betonte auch Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) mit Blick auf die Traditionspflege, und Gößweinsteins Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) betonte, dass Musik verbindet und jung hält. Das Besondere in Wichsenstein sei, dass man nicht nur einen Männergesangverein habe, sondern auch einen Kirchen- und sogar einen Kinderchor, so Zimmermann.
Auch die beiden Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (CSU) und Thorsten Glauber (FW) sprachen Grußworte. Glauber betonte, dass es nicht selbstverständlich sei, dass ein Privatmann seinen herrlichen Felsengarten jedes Jahr für dieses Fest bereitstellt. Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD), selbst begeisterter Chorsänger, erinnerte an die Gründerväter und ließ die Vereinschronik mit ihren Tief-, aber vor allem Höhepunkten Revue passieren. Trotz anfänglicher Skepsis, die sogar bis hin zu der Befürchtung einer "feindlichen Übernahme" führte, habe sich die Chorgemeinschaft mit den Gößweinsteiner Sängern als Glücksfall erwiesen. Laut Bauernschmidt fehle beim Männerpart im Gesangverein aber etwas der Nachwuchs, was aber eine Strömung der Zeit sei.
Sangesfreudiger sind die Frauen des gemischten Kirchenchors. Auch einige Wannbacher Sänger singen inzwischen mit. Von dort war die Wannbacher Dorfmusik gekommen, die nach den Ehrungen zur Unterhaltung aufspielte. Festhöhepunkt zuvor war das große Chorkonzert mit den Gesangvereinen aus Kleingesee, Leutenbach, Weilersbach und Poppendorf unter der Leitung von Alexandra Goess-Schmitt.
Der Vorsitzende des Sängerkreises Erlangen-Forchheim, Hansjörg Förster betonte, dass Singen Jogging für die Seele sei. Auch Förster meinte, dass die Frauen für das Singen doch etwas empfänglicher wären als die eher bequemen Männer. Forster hatte hohe Auszeichnungen des Fränkischen Sängerbunds und des Deutschen Chorverbands im Gepäck. So konnte er Baptist Bauer, der schon Schriftführer und Vorsitzender des Gesangvereins Wichsenstein war, mit den goldenen Ehrennadeln und Urkunden des Fränkischen Sängerbunds und des Deutschen Chorverbands für 60 Jahre Singen im Chor auszeichnen. Ans Aufhören denkt Bauer noch lange nicht. Die Ehrenurkunden des Fränkischen Sängerbunds für 40 Jahre Singen im Chor erhielten Andreas Sebald, Hans Hübschmann, Andreas Lang und Wolfgang Stanger. tw