Für viele der Anwesenden war die Absage der Kommune nicht nachvollziehbar. Gründe, wie zu wenig Zeit für die Vorbereitungen eines solchen Festes oder die Urlaubszeit in Bayern seien nicht akzeptabel, denn ein Zeitfenster von gut einem Vierteljahr sollte eigentlich ausreichend sein, so der allgemeine Tenor dazu.
WGU-Schatzmeister Werner Ramming bedauert die Entscheidung des Untersteinacher Gemeinderats. Er befürchtet, der Ort wird diese Chance nie mehr bekommen - und den Vereinen und hiesigen Grundstücksbesitzern sei mit dieser Absage die Möglichkeit genommen worden, sich den einen oder anderen Euro zu verdienen. Außerdem dürften sich die Verantwortlichen dieser Absage zu wenig mit der Materie auseinandergesetzt haben.


Bayern 3 wartet nicht

Auch WGU-Gemeinderat Markus Weigel schlägt genau in diese Kerbe. "Wer allen Ernstes glaubt, der Sender Bayern 3 wartet nächstes Jahr auf eine neue Bewerbung aus Untersteinach, der ist auf dem Holzweg unterwegs. Außerdem hat man bei der Entscheidung zur Absage offensichtlich die riesige Werbekampagne vergessen, die unserem Ort im Rahmen der Werbung für das Bayern-3-Dorffestes zugute gekommen wäre.
Weigel berichtete unter anderem aus der jüngsten Gemeinderatssitzung, in dem auch der Antrag der Familie Eichner auf Verlegung der Ratssitzungen in den Gemeindesaal behandelt und mit großer Mehrheit abgelehnt worden sei. Er, Weigel, sei der einzige Unterstützer gewesen.
Laut Bürgermeister würde die Verlegung der Sitzung jedes Mal 300 Euro kosten. Weigel erklärte, dieser Betrag sei etwas hochgegriffen. Wenn ein örtlicher Verein für die Nutzung der Räumlichkeit zehn und eine Privatperson 100 Euro zahlen müsse, wie erkläre die Gemeinde dann die Deckung des Fehlbetrags?
Eine neue Idee wurde von WGU-Vorsitzendem Helmut Bergmann vor- und zur Diskussion gestellt. Nach seinen Vorstellungen sollte die jährliche örtliche Kirchweih wieder auf dem Dorfplatz stattfinden. Als Grund nannte er die rückläufige Besucherzahl sowie das zurückhaltende Interesse von Schaustellern.


Probeweise Verlegung

Trotz aller Krisen und Probleme in der Gemeinde und alleine im Hinblick auf eine hohe Lebensqualität sollte den Untersteinachern, insbesondere den hiesigen Kindern, eine repräsentative Kirchweih im Ortskern nicht verwehrt werden, betonte er. In anderen Gemeinden im Landkreis würden nostalgische Kirchweihfeste nach wie vor realisiert. Teilweise sperrten die Gemeinden für ihre Kirchweihen sogar für mehrere Tage ihre Ortsdurchfahrten oder leiteten den Verkehr weiträumig um, wie beispielsweise in Stadtsteinach oder in Neuensee (Landkreis Lichtenfels).
Laut Bergmann würde durch eine Verlegung die Kirchweih vom Durchgangsverkehr wahrgenommen werden und somit gewiss auch auswärtige Besucher anziehen. Darüber hinaus könnte die Peuntwiese als kostenloser Parkplatz ausgewiesen und mit entsprechenden Hinweisschildern im Ortskern beworben werden. Die Kirchweih am Dorfplatz wäre vom Parkplatz aus über einen kurzen Fußweg erreichbar.
Aus wirtschaftlicher Perspektive gesehen, bringe eine Verlegung der Kirchweih sicher auch den Vereinen rund um die Kerwa einen finanziellen Mehrwert, so der WGU-Vorsitzende. Für die kommende Sitzung wurde ein entsprechender Antrag gestellt. Darin heißt es unter anderem, dass die Kirchweih schon in diesem Jahr probeweise verlegt werden solle. red