Die Zusammenarbeit im Gemeinderat hat sich in den letzten Monaten positiv entwickelt, doch zufrieden ist die Wähler-Gemeinschaft Marktleugast nicht. Aus diesem Grund wird sie bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 nicht nur mit einer Liste, sondern auch mit einem Kandidaten für den Bürgermeisterposten antreten. Über die genaue Personalie allerdings schweigt die WGM noch.

Bei der Hauptversammlung in der "Kosertalalm" sparte die WGM nicht mit Kritik. "Wir wollten die Pumpanlage nach Neuensorg nicht", so Vorsitzender Norbert Volk. Die Leitung habe 1,4 Millionen Euro gekostet. Unter seiner Amtsführung habe es drei Angebote für eine Kläranlage gegeben: die Investitionssumme hätte nur knapp die Hälfte betragen. "Wir haben uns jetzt eine zweite Kloake wie in der Angerwiese gebaut."

Stinkt es?

Immer wieder hätten sich Anwohner aus der Siedlung beschwert, dass die Pumpleitung eine immense Geruchsbelästigung mit sich bringe. Auch der Einbau von Klappen und Biofiltern habe nichts genützt. "Wir haben bei der Verwaltung angefragt und die Auskunft bekommen, dass alles in Ordnung ist. Aber wir glauben das nicht", erklärte Volk.

Doch der Vorsitzende fand auch positive Aspekte. So sei die Machbarkeitsstudie, die der Markt Marktleugast für Marienweiher in Auftrag gegeben habe, eine gute Sache - zumal sie mit 90 Prozent gefördert werde. Die Realisierung des Dorfgemeinschaftshauses Steinbach schrieb sich die WGM auf die Fahnen. Denn unter seiner Amtsführung seien bereits erste Planungen durchgeführt worden. "Wir hatten zwar etwas anders geplant, der Preis ist gestiegen", merkte Volk an. Dennoch sei das Projekt äußerst positiv zu bewerten.

Einige Ideen eingebracht

"Obwohl wir nur vier Stimmen haben, konnten wir im Gemeinderat einiges an Ideen einbringen", zog die neue Fraktionssprecherin Irina Klier ein Fazit. "Mit den anderen freien Gemeinschaften sind wir so stark, dass wir die CSU manchmal überstimmen konnten."

Doch auch Klier sparte nicht mit Kritik. Brennendes Thema sei der Bau des Hühnerstalles der Familie Haas gewesen. "Was die Verwaltung vorgelegt hat, war ein Pamphlet mit haarsträubenden und an den Haaren herbeigezogenen Argumenten - echte Horrorszenarien." Sie übte Kritik an der persönlichen Beteiligung des Verwaltungsleiters. "Solche Sachen dürfen nicht mehr passieren. Es ist zu vermeiden, dass die Verwaltung nicht mehr objektiv und sachlich informiert", so Klier.

Auch Georges Frisque, der früher das Amt des Fraktionssprecher innehatte, kritisierte die Verwaltung. So wurden die Gemeinderäte nur "dürftig" über die Neueinstellung des neuen Bauamtsleiters informiert. "Wir haben mitgeteilt bekommen, dass der neue Bauamtsleiter Roland Tiroch bisher in einer Kommune tätig war", kritisierte Frisque.

Kritik an Informationspolitik

"Die Informationspolitik in Marktleugast ist mangelhaft. Es kann nicht sein, dass wir auf eine Pressemitteilung verwiesen werden."

Frisque zeigte sich auch mit dem Aufkauf einiger Häuser durch die Gemeinde nicht einverstanden. "Wir bekommen Förderung, wenn wir die Anwesen einer Nutzung zuführen. Wenn nicht, bleiben wir auf den Kosten sitzen. Das ist der Weg ins Verderben, der uns Millionen kosten kann", warnte Frisque.

Auch Bürger meldeten sich zu Wort. Markus Weber aus Neuensorg bemängelte, dass die Bürger nicht über den genauen Verlauf der Stromtrasse informiert werden.