"Unser Herz schlägt für Kulmbach", sagte Vorsitzender Ralf Hartnack beim Jahresauftakt der Wählergemeinschaft Kulmbach (WGK) im Restaurant "Hagleite". "In den letzten sechs Jahren hat sich Kulmbach greifbar und spürbar entwickelt, und an diesem positiven Fortschritt wollen wir auch weiter mitwirken." Dabei setze die WGK auf Bewährtes, unterstütze neue Großprojekte wie die neue Universität und wolle dabei das nicht aus den Augen verlieren, was die Kulmbacher Bürger beschäftigt. "Wir dürfen die kleinen Dinge nicht vergessen, die eine Stadt liebens- und lebenswert machen."

Ökologie muss finanzierbar sein

Eine Herausforderung ist für Hartnack die Verbindung von Ökologie und Ökonomie. "Die Ökologie ist ein entscheidendes Thema, aber ohne Finanzierung tun wir uns genauso schwer." In Kulmbach funktioniere die Wirtschaft gut und man müsse die Abgaben auch künftig auf einem niedrigen Niveau halten. Weiterhin müssten bei Bedarf Gewerbeflächen ausgewiesen werden, auch wenn sich das manchmal mit der Ökologie beiße. "Wenn einer investieren will, dem müssen wir Flächen vorhalten", sagte Hartnack, gegebenenfalls seien Nachverdichtungspotenziale zu ermitteln.

Die Nachverdichtung sieht er auch in der privaten Bauplanung als Thema, schon aus Gründen der Versorgung. "Was bieten wir für Familien? Familienfreundlichkeit bedeutet auch, dass Familien bauen können." Weiterhin habe die WGK stets ein offenes Ohr für die Innenstadthändler, denn jeder Leerstand tue der Stadt weh. In Sachen ÖPNV will er die Außenbezirke besser anbinden und er plädiert für die Erstellung eines Fahrradwegekonzepts unter Einbindung der neuen Universität.

"Außerdem ist uns die Kultur sehr wichtig", sagte Hartnack, auch wenn das ein schwierig zu greifendes Thema sei. Er sei dankbar für die gut funktionierende Kulturlandschaft in Kulmbach, "aber wir sollten noch mehr tun und wagen". So schweben ihm etwa Open-Air-Konzerte auf dem EKU-Platz vor, "vor der Kulisse der Burg, mit mehr Besucherzahlen", oder ein großes Genuss-Festival unter Einbindung der Partnerstädte, ebenfalls auf dem EKU-Platz. "Man könnte auch kleinere Gruppen immer wieder auf einer Bühne auf dem Marktplatz spielen lassen, das bringt Leben in die Stadt."

Landrat Klaus Peter Söllner betonte, dass er mit einer starken Fraktion in den Kreistag einziehen wolle. Wichtig sei es dabei, dieses Mal auch tüchtige Frauen in die Gremien zu bringen.

Nicht in Sicherheit wiegen

"Wir sind gut aufgestellt, dürfen uns aber nicht in Sicherheit wiegen", sagte er und blickte zuversichtlich auf die bevorstehenden Kommunalwahlen. "Wir haben die niedrigste Arbeitslosenzahl im Landkreis seit Beginn der Aufzeichnung, wir haben in Kulmbach eine sehr gute Basis und wir haben Luft für Investitionen", sagte der Landrat. Fairer Handel, Familienfreundlichkeit und ein gutes Miteinander über die Fraktionen hinweg prägten den Landkreis, denn: "Es ist wichtig, Andersdenkende zu respektieren, Ökologie und Ökonomie zu verbinden und die Rahmenbedingungen für eine starke Wirtschaft zu schaffen."