Westheim — "Es ist ein erfolgreicher Tag für Westheim, der Förderverein ist gegründet". Diese Nachricht verkündete nach einer guten halben Stunde der Gemeinderat Peter Werner (Grüne) im Sportheim des TSV Westheim. Dort hatten sich 80 Personen versammelt, und 55 von ihnen riefen den Förderverein für das Projekt "Schwarzer Adler" ins Leben.
Der "Schwarze Adler" war einst eine Gaststätte mitten in Westheim, die Mantel-Gaststätte. Das Gebäude, das mittlerweile sehr marode ist, soll das neue Bürgerhaus werden. Um das Vorhaben zu verwirklichen, dessen Kosten die Gemeinde Knetzgau auf rund zwei Millionen Euro schätzt, gründeten die Westheimer den Förderverein.

Mehr als ein Bauprojekt

Es geht aber um mehr als eine bauliche Sanierung. Offensichtlich freut sich die breite Westheimer Bevölkerung, dass jetzt endlich die Neugestaltung der Dorfmitte mit dem Projekt "Schwarzer Adler" realisiert werden soll. Ein Arbeitskreis hatte sich vor geraumer Zeit gegründet und vorgeschlagen, einen Förderverein zu gründen. Durch die Mitgliedschaft im Verein haben alle Bürger die Möglichkeit, nach dem Motto "Wir wollen Westheim leben" ein über alle Generationen hinweg lebenswertes Westheim zu unterstützen und zu schaffen.
Ziel des Projekts ist die Festigung der Dorfgemeinschaft durch die Einbindung der beiden Kirchen, der Vereine sowie der gesamten Bevölkerung von Westheim und der umliegenden Gemeindeteile. Es soll nicht nur die Dorfmitte verschönert, sondern auch die Geschichte der Dorfwirtschaft "Schwarzer Adler" erhalten werden.
Auch wenn das Projekt noch nicht vom Knetzgauer Gemeinderat bewilligt wurde, wollten die Verantwortlichen im Arbeitskreis Flagge zeigen und dokumentieren, dass sich die Bevölkerung Gedanken über die Zukunft macht und das Projekt "Schwarzer Adler" will, wie der Knetzgauer stellvertretende Bürgermeister Bernhard Jilke (selbst ein Westheimer) erklärte. Er sieht es als einmalige Chance. Dafür müssten alle an einem Strang ziehen, forderte er. Jilke betrachtet das Projekt keinesfalls in Konkurrenz zu den Vereinen und kulturellen Einrichtungen im Gemeindebereich. Für die Nutzung des Gebäudes müsse man sich Gedanken machen und dabei die Unterhaltskosten im Blick behalten.
Die Gemeinderäte Martina Döllner (FDP/FB) und Peter Werner (Grüne) erläuterten das Prozedere der Vereinsgründung. Zweck des Vereins ist die Förderung der Sanierung, Pflege und ein erfolgreicher Betrieb des Bürgerprojekts "Schwarzer Adler" in Westheim, um hierdurch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse in Westheim und Umgebung zu erreichen. Ziel ist es insbesondere, die Kultur und Tradition zu erhalten und zu fördern. Der Verein wurde gegründet und ins gleichberechtigte Vorstandsgremium wurden einstimmig Bruno Eirich, Birgit Hofmockel, Waltraud Panzner, Matthias Hagenbucher und Hans-Peter Böhm gewählt. Als Revisoren fungieren Conny Enke und Martin Hofmann. Die Vorstandschaft wurde auf zwei Jahre gewählt. Der Jahresbeitrag beträgt sechs Euro.
Unterstützung fand die Gründungsversammlung durch Yvonne Slanz vom Bamberger Büro "transform". Die Städteplanerin hatte das Projekt "Schwarzer Adler" als Westheimer Bürgerhaus von Anfang an begleitet. Sie freute sich, dass ein Förderverein gegründet werden konnte, ging auf den zeitlichen Ablauf sowie das mögliche Nutzungskonzept ein. "Das Projekt ist finanzierbar", stellte Slanz heraus, nachdem sie auf in Aussicht gestellte Förderkosten eingegangen war. Detaillierte Zahlen zum Projekt mit dem weiteren Ablauf ist eines der Themen, die in der Bürgerversammlung vorgestellt werden, die heute Abend um 19.30 Uhr in der TSV-Turnhalle stattfindet. cr