von unserer Mitarbeiterin  Bettina Knauth

Welsberg — Gespräche über den geplanten Windpark im Bürgerwald Itzgrund-Welsberg kann es für die Bürgerinitiative "Sturmwind" nur geben, wenn der Investor Green City Energy seinen Bauantrag zurückzieht. Das erklärte der Sprecher der BI, Daniel Hartung, bei einem Pressegespräch am Montag in der Alten Schule in Welsberg. "Ein Gespräch muss stattfinden, bevor Fakten geschaffen werden", forderte Hartung.
Gut einen Monat nach den Informationsabenden der Bürgerinitiative in Welsberg sowie der Gemeinde Itzgrund in Kaltenbrunn mit teilweise hitzig geführten Diskussionen informierten Vertreter der Bürgerinitative über den aktuellen Stand.
Aus Sicht der BI wurden vom Investor keine gutachterlich abgesicherten Aussagen darüber getroffen, ob die Windhöffigkeit im Vorranggebiet für einen wirtschaftlichen Betrieb ausreicht, ob das Landschaftsbild und damit Tourismus und die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird und welche Auswirkungen Schall- und Infraschall-Immission und Schlagschatten auf das Wohlbefinden der Bürger haben.

Vorwürfe gegen die Gemeinde

Gerade der Infraschall sei gar nicht berücksichtigt worden, kritisierte Reinhard Ehrlich, dabei gefährdeten die unhörbaren Luftschwingungen unter 16 Hertz laut Aussagen von Medizinern und Wissenschaftlern ebenfalls die Gesundheit.
Weitere Prüfkriterien, welche die BI nicht hinreichend geklärt sieht, sind der Wertverlust der Immobilien und deren Ausgleich und der Arten- und Vogelschutz. Daniel Hartung bezweifelte mit Verweis auf Dagmar Papadopoulos von der Arbeitsgruppe Fledermausschutz des LBV Coburg die Behauptung, dass es "im Wald fast kein Fledermaus-Vorkommen" gebe. Auch Kolkraben oder der Rote Milan würden durch Windräder gefährdet. Informationen vorenthalten oder entstellt habe Green City Energy unter anderem auch bei den Eigentümerpachtverträgen.
Der Gemeinde Itzgrund warf Ehrlich vor, falsche Erwartungen hinsichtlich der voraussichtlichen Gewerbesteuereinnahmen zu wecken. Erneut beklagte der Elektroingenieur, dass es die Gemeinde versäumt habe, zunächst eine gutachterlich korrekte Windmessung durchführen zu lassen. Ohne schlüssige Argumentation habe der Gemeinderat den Standort durch eine Änderung der Vorrangflächenausweisung in den Bürgerwald Itzgrund-Welsberg verschoben.