Weismain — Zweigeteilt war die Fortbildung der Gemeinschaft oberfränkischer Fußball-Trainer (GFT) im Weismainer Waldstadion bzw. Sportheim: Referenten waren Fußball-Lehrerin Sabine Loderer, die bereits bei der letzten Fortbildung überzeugt hatte, und Dr. Matthias Hornung, selbst GFT-Mitglied und Arzt am Uniklinikum Regensburg, der im Hinblick auf die Prävention von Kreuzbandverletzungen Tipps gab.
"Die Schnelligkeit des Kopfes ist genauso wichtig wie die der Beine!" Das war eine der ersten Botschaften, die Sabine Loderer an die Wand warf bei der theoretischen Nachbearbeitung der Trainingseinheit, die sie zuvor mit der Landesliga-Mannschaft der DJK Bamberg im Waldstadion abhielt. Thema bei ihrem zweiten Auftritt: Übungs- und Spielformen zur Schulung der Wahrnehmung und Entscheidung. Dementsprechend kündigte sie vor Trainingsbeginn den zahlreichen lizenzierten oberfränkischen Kollegen an: "Die Jungs werden heute vor allem auch geistig gefordert! Kopf oben, weiter- und vorausdenken, Situationen analysieren und die richtige Entscheidung treffen!" Spielnah ging es nicht nur um die Schnelligkeit der Beine, sondern vor allem um die des Kopfes. "Die beginnt noch vor der Bewegung, durch das Erkennen und Antizipieren", so Loderer. Bei allen Spielformen ginge es auch darum, dass die Spieler miteinander reden und sich gegenseitig coachen, erklärte die schlagfertige Referentin. Beeindruckend war nicht nur im theoretischen Teil das demonstrierte Fachwissen der Fußball-Lehrerin Sabine Loderer, sondern zuvor beim praktischen Teil bereits das Gespür, wann ein eingreifendes Coaching notwendig ist. Für die erneut zahlreich erschienenen und aufmerksam folgenden Trainer, ein informativer und interessanter Abend.

Kreuzbandriss ein Alptraum

Dazu trug auch der zweite Referent bei: Dr. Matthias Hornung, Arzt an der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des Universitätsklinikums Regensburg, befasste sich mit der Alptraum-Verletzung für Sportler schlechthin, dem Riss des vorderen Kreuzbandes. Er ließ auf dem Platz zahlreiche Übungen vorführen, die bei regelmäßiger Anwendung das Risiko dieser schwerwiegenden, aber auch anderer Verletzungen reduzieren. Dr. Hornung, selbst GFT-Mitglied, stellte zunächst das "vom lieben Gott eigentlich schlecht gemachte", weil anfällige Kniegelenk vor. Umso wichtiger ist die Prävention.
Dies beginne schon beim Regelwerk: hier könne, durch rigoroses Ahnden gesundheitsgefährdender Aktionen, eine Beeinflussung stattfinden. Im Gegensatz dazu hat eine Studie ergeben, dass das Schuhwerk keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Kreuzbandrissen habe. Ausreichend Schlaf vor dem Wettkampf, Vermeidung von Alkohol und Drogen, ausreichend Erholung zwischen den Belastungen, Steigerung der körperlichen Belastung in kleinen Schritten, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr sind einige Aspekte der Selbstverantwortung. Erhöhte Vorsicht sei bei "allen Perioden mit kurzfristiger Belastungsspitze geboten". Als Beispiele nannte der Mediziner den Wechsel vom Junioren- zum Seniorenfußball, der Sprung von einer tieferen in eine höhere Spielklasse und nicht zuletzt Trainingslager oder Turniere.
Mit einigen Übungen und Wissen kehren die Trainer nach dem Vortrag zurück zu ihren Teams. ft