von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Kreis Lichtenfels — Ab dem 1. April 2016 können die Bürger des Landkreises ihre Küchenabfälle in einem der Wertstoffhöfe abgeben. In seiner Sitzung am Montag stimmte der Kreisausschuss für die Einführung eines flächendeckenden Bringsystems für Bioabfälle.
Die hohen Kosten für die Einführung einer Biotonne mit wöchentlicher Leerung von rund 750 000 Euro jährlich waren ausschlaggebend dafür, dass sich der Landkreis gegen ein Abholsystem entschied. Bei einer wöchentlichen Leerung einer 120- Liter-Tonne an jedem der acht Wertstoffhöfe würden jährliche Kosten in Höhe von rund 5408 Euro anfallen", erläuterte Wolfgang Schneider, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft am Landratsamt Lichtenfels. Jede zusätzliche 120-Liter-Tonne kostet bei wöchentlicher Abholung rund 676 Euro. Bei einer wöchentlichen Abholung durch den Entsorger werden die Bio-Sammeltonnen gegen gereinigte Tonnen getauscht. Die exakt benötigte Anzahl an Sammeltonnen lasse sich laut Schneider erst bei laufendem Betrieb absehen. Aufgrund der starken Frequentierung soll auch am Kompostplatz der Firma Panzer & Kraus eine Bio-Tonne aufgestellt werden. Die bisherigen Entsorgungswege für Grüngut und Gartenabfälle bleiben davon unberührt.
Für die Feuerwehren im Landkreis bewilligte der Kreisausschuss folgende Zuschüsse: 6900 Euro für den Einbau von Räumlichkeiten für die Feuerwehr im Gemeindehaus in Stadel (Bad Staffelstein), 750 Euro für die Beschaffung einer Wärmebildkamera für die Feuerwehr Hochstadt, je 10 000 Euro für die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF-W für die Feuerwehren in Lettenreuth und Neuensee, 10 000 Euro für die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs TSF-W für die Feuerwehr Redwitz und weitere 1500 Euro für die Beschaffung einer Tragkraftspritze PFPN 10-1000.
Denkmalpflegerische Maßnahmen bezuschusst der Landkreis im laufenden Haushaltsjahr mit insgesamt 14 290 Euro. Darunter auch die Renovierung des Glockenturms an der St.- Veitskapelle in Dittersbrunn und die Restaurierung des Bildstocks an der Moritzkapelle in Lichtenfels. Der Sport wird mit insgesamt 1750 Euro gefördert.
Ein weiteres Thema der Kreisausschusssitzung war der Bereich Tourismus, auch wenn die Mitgliederversammlung des Tourismusverein Obermain Jura mit Beschlussfassung der neuen Satzung und der Aufnahme neuer Mitglieder aus dem Landkreis Bamberg erst am Nachmittag stattfand. Die völlige Neuausrichtung diene dazu, um sich nach außen gut aufzustellen, erläuterte Andrea Musiol, Sachgebietsleiterin Tourismus/Regionalkoordination.


Neue Homepage entsteht

Aktuell werde gerade eine neue Homepage erstellt. Ein weiteres großes Thema sei laut Musiol die Wanderwegekonzeption. Als Gemeinschaftsprojekt des Landkreises mit dem Lions Club Lichtenfels sollen in jeder Kommune sogenannte "Landschaftsliegen" aufgestellt werden. Im Frühjahr ist die Erscheinung eines Sonderheftes zum Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot" vorgesehen. Druckfertig sei auch der Museumsführer des Landkreises Lichtenfels.
Der Landkreis übernimmt auch 2016 den hälftigen Finanzierungsanteil in Höhe von 5000 Euro für das Mehrgenerationenhauses in Michelau. Landrat Christian Meißner (CSU) hofft, in den ersten Monaten des neuen Jahres die Turnhalle der Staatlichen Berufsschule in Lichtenfels wieder an die Schule für den Sportunterricht und an die Vereine für ihr Training zurückgeben zu können. Dann sollen die Flüchtlinge, die aktuell dort noch untergebracht sind, im Neubau einer Fahrzeughalle im Kreisbauhof in Bad Staffelstein untergebracht werden. Die Kosten für den Hallenneubau werden mit 1,1 Millionen Euro beziffert. Davon trägt der Landkreises 750 000 Euro, die sich aus einem KfW-Darlehen (450 000 Euro) und Eigenmitteln des Landkreises (300 000 Euro) zusammensetzen. Der Freistaat übernimmt 350 000 Euro. Den Betrieb der Notunterkunft wird das BRK übernehmen.
Am Wochenende demonstrierten rund 5000 Menschen in Rödental gegen das Projekt "P 44 mod.". Auch der Kreisausschuss lehnt den geplanten Netzausbau von Altenfeld über Würgau nach Ludersheim ab. Der Landkreis sei heute schon überdurchschnittlich mit Infrastruktur belastet, stellte der Landrat fest. "Da noch eine Trasse bauen, das geht nicht." Auch Redwitz' Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) sprach sich gegen eine weitere Belastung der Bevölkerung aus. "Wir können die Stromleitungen nicht mehr schultern", sagte er. In einer Resolution wendet sich der Landkreis gegen die Stromtrassenplanungen der Netzbetreiber.
Weiter teilte Meißner mit, dass im Raum Großziegenfeld zwei Windräder genehmigt wurden. Dem Betreiber, der Naturstromanlagen GmbH, konnte die Zustimmung nicht verweigert werden.