Unter dem Titel "Werke der Romantik" gestalteten Brigitte Ascherl (Sopran) und Burkhard Ascherl (Orgel) einen Konzertabend innerhalb des Bad Kissinger Orgelzyklus in der Herz-Jesu Kirche.

Der erste Teil war mit Felix Mendelssohn-Bartholdy der Frühromantik gewidmet. Als festliches Entrée hatte Burkhard Ascherl dessen 4. Orgelsonate in B-Dur gewählt, an die sich die Arie "Sei stille dem Herrn" aus dem Oratorium "Elias" in einer Fassung für Sopran und Orgel anschloss. Obwohl Mendelssohn ein überzeugter Protestant war, hat er doch auch einige Stücke für die katholische Liturgie komponiert. In weiten Melodiebögen gelang Brigitte Ascherl eine überzeugende Interpretation seines "Salve Regina". In Kontrast dazu stand das heroisch beschwingte Scherzo c-Moll aus der 5. Orgelsonate von Alexandre Guilmant.

Tiefe Gläubigkeit sowie eine Reihe schwerer Schicksalsschläge inspirierten Antonin Dvorák wohl zur Komposition seiner Biblischen Lieder op. 99. Mit innigem Ausdruck sang die Sopranistin eine Auswahl dieser Gesänge. Gleichsam als Interludium spielte Burkhard Ascherl das quirlige Scherzo aus der 2. Orgelsymphonie von Louis Vierne zwischen den Liedern. Das virtuose Finale eben dieser Symphonie geriet zum rauschenden Schlusspunkt des Abends. red