Derbytime im Dr.-Stocke-Stadion. Um 15.30 Uhr kommt es am heutigen Samstag zum Kräftemessen der beiden Landesligisten aus dem Landkreis. Das Hinspiel endete 2:2 - jetzt hält niemand mehr etwas von einer Punkteteilung. Beide Lager sind auf Sieg programmiert. Favorit in diesem Prestigeduell ist aufgrund der Entwicklung zweifelsohne der FC Coburg.

Während die Vestestädter mit dem Verlauf der bisherigen Saison zufrieden sind, zahlten die Sylvianer als Aufsteiger enorm viel Lehrgeld. Der Lauf des FC Coburg (4./18 Punkte) wurde nach drei Siegen am Stück am vergangenen Wochenende in Schweinfurt gebremst, und die Ebersdorfer warten seit sechs Spielen auf einen Dreier.

Landesliga Nordwest, Gruppe 1

FC Coburg (4.) -

SC Sylvia Ebersdorf (8.)

Trotzdem ist der Respekt vor den Ebersdorfern in Coburg groß: "Wir haben einen Gegner vor der Brust, der bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Gespickt mit einer Vielzahl von Spielern, die bereits Bayernliga- und sogar Regionalliga-Erfahrung haben, hat Ebersdorf gerade im letzten Spiel gegen Spitzenreiter Geesdorf bewiesen, dass sie mit jedem Gegner spielerisch mithalten können und ebenbürtig sein könne", warnt Christian Tremel.

Der Sportliche Leiter des FCC fordert volle Konzentration von seinen Spielern: "Wir müssen auch wieder hochkonzentriert zu Werke gehen und dürfen uns von der momentanen Tabellensituation auf keinen Fall blenden lassen. Da sich Ebersdorf nur mit einem Sieg noch die Chance an der Teilnahme zur Aufstiegsrunde aufrechterhalten kann, und wir uns ebenso mit einem Sieg etwas Luft nach unten verschaffen wollen, dürfen sich die Zuschauer auf ein packendes Derby freuen."

Dass gerade in diesem Spiel Kapitän Davide Dilauro gesperrt ist, sei zwar sehr ärgerlich, aber andererseits sei es auch wieder die Chance, dass sich ein anderer Spieler in den Vordergrund spielt, ist Tremel überzeugt. Ob sein Trainer Lars Müller den anderen zehn Spielern, die letzte Woche in Schweinfurt mit 2:4 unterlagen erneut das Vertrauen schenkt und wer für den gesperrten Kapitän in die Startelf rückt, werde erst kurz vor dem Spiel entschieden. Schließlich wollen die Platzherren bei ihrer taktischen Ausrichtung nicht zu viel verraten.

Ob sich die Ebersdorfer allerdings tatsächlich noch Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde machen und besonderen Wert auf die Aufstellung des Gegners legen, muss derzeit stark bezweifelt werden. Schließlich hat sich die Truppe von Trainer Dieter Kurth längst mit der Abstiegsrunde abgefunden und muss personell Woche für Woche vor der eigenen Haustüre kehren, sprich aufgrund von vielen Verletzungen immer wieder improvisieren.

Seit sechs Spielen ist der Neuling - Tabellenachter mit nur neun Punkten - mittlerweile ohne Sieg. In den beiden vergangenen Spielen gegen TSV Gochsheim und den FC Geesdorf stimmten zwar Einstellung und Spielweise, allerdings nicht die Chancenverwertung und so holte man letztlich nur einen Punkt.

Mit der Partie in Coburg beginnen die Wochen der Wahrheit für das Team von Trainer Dieter Kurth, denn in den nächsten und gleichzeitig letzten Begegnungen der Vorrunde trifft man auf die vier Mannschaften, die unmittelbar vor der Sylvia in der Tabelle rangieren. Der Druck steigt also bei der aktuellen Tabellensituation, schließlich will man sich ein Punktepolster für das kommende Jahr schaffen. Dann geht es nämlich um den Klassenerhalt.

Auch wenn der Blick auf die derzeitige Tabellensituation trügen mag, liegt in diesem Derby noch eine besondere Brisanz, denn mit einem Sieg könnten die Sylvianer die Vestekicker noch einmal mit in den Kampf um die Abstiegsrunde ziehen. Ebersdorfs Trainer Dieter Kurth sieht seine Mannschaft trotz der Negativserie auf dem richtigen Weg: "Der FC Coburg steht hinten gut und tritt mannschaftlich geschlossen auf. Aktuell sind sie schwer zu bespielen. Aber wir haben gegen Geesdorf ein sehr gutes Spiel gezeigt und hatten den Spitzenreiter am Rand einer Niederlage. Wenn wir diese Leistung abrufen und alle an einem Strang ziehen, sehe ich gute Chancen, in Coburg etwas mitzunehmen." ct/jv