Als Klaus Schnapp morgens um 6 Uhr das Malteser-Zentrum im Altenkunstadter Gewerbegebiet aufschließen will, traut er seinen Augen nicht. In Kartons und Plastiktüten verstaut, lagert alter Hausrat vor der Tür. Das "Sortiment" reicht von verstaubten Gläsern und Tassen über Plastikdosen und Blumenvasen bis hin zu einem ausgedienten Staubsauger samt Staubbeutel.
"Warum machen Leute so etwas?", fragt sich der Geschäftsführer des örtlichen Malteser-Hilfsdienstes. Einen Gefallen erweisen sie der kirchlich-sozialen Einrichtung damit gewiss nicht. "Unsere Leute müssen jetzt die Sachen sortieren und sachgerecht entsorgen", klagt Schnapp.
Und dabei handelt es sich um keinen Einzelfall. Immer wieder kommt es vor, dass unvernünftige Zeitgenossen bei Nacht und Nebel nicht mehr benötigte Sachen bei den Maltesern deponieren. "Uns hat man schon Töpfe, Koffer, kaputte Fernseher und Badezimmerschränke vor die Tür gestellt", erinnert sich der Geschäftsführer. Sogar mit einem alten Kronleuchter und längst abgelaufenen Lebensmitteln seien die Malteser bereits "bedacht" worden.
"Von der Tatsache, dass der Unrat auf unserem Gelände nichts verloren hat, einmal abgesehen, sind viele Sachen dabei, die die Leute problemlos selbst in der grauen Mülltonne entsorgen könnten", gibt der MHD-Chef zu bedenken.


Auf Textilien spezialisiert

Seiner Ansicht nach müsste es sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, dass die Malteser sich auf Textilien spezialisiert haben. Und das bereits seit Jahrzehnten. Der MHD besitzt dafür eine Kleiderkammer, die jeweils am letzten Samstag im Monat ihre Pforten öffnet. Bürger können sich dort mit Secondhandkleidung ausstaffieren oder ausgediente "Klamotten" abgeben. Der Erlös kommt der Senioren-, Kranken- und Behindertenarbeit des MHD zugute. Was das Deponieren von altem Hausrat vor dem Malteser-Zentrum angeht, bleibt Schnapp nichts weiter übrig, als an die Vernunft der Bürger zu appellieren: "Wer das, was er nicht mehr braucht, uns vor die Tür stellt, unterstützt damit nicht unsere Arbeit. Er macht uns damit nur Arbeit."