Was tut ein Verein, dem wegen Corona und dem Verbot des Sportbetriebs und von Veranstaltungen die Einnahmen wegbrechen? Wenn er beispielsweise für den Bau seiner Sportanlagen langfristige Darlehen aufgenommen hat und nun den Schuldenberg nicht mehr bewältigen kann?

In solchen Fällen behandelt der Freistaat Bayern unternehmerisch tätige Vereine genauso wie Wirtschaftsbetriebe: Wem aufgrund der Corona-Krise und ihrer Auswirkungen ein Liquiditätsengpass entstanden ist, der kann finanzielle Soforthilfe in Anspruch nehmen. Näheres dazu unter: https://bvs-bayern.com/aktuelles/aktuelle-informationen/corona-soforthilfe-fuer-mitgliedsvereine/.

Der Landkreis leistet eher ideelle und informelle Hilfe, beispielsweise über die Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) und die Vermittlung von Ehrenamtskarten. Im Übrigen aber sind nach wie vor die Gemeinden erste Ansprechpartner für hilfesuchende Vereine. Und dies obwohl auch die meisten Kommunen unter Corona-Folgen und Steuereinbußen leiden. "Gemeinden können Vereine, die sich insbesondere am sportlichen, kulturellen und sozialen Leben in der Gemeinde engagieren, im Rahmen ihrer Aufgaben finanziell unterstützen", heißt es vom Innenministerium im Bayern-Portal.

Diese freiwillige Leistung sorgt regelmäßig für hitzige Debatten in den Gemeindeparlamenten. Meist ist da mehr Wollen als Können angesagt, denn die Mittel sind begrenzt.

Laut Oliver Hesse von der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim ist solch eine Unterstützung keine "Grundaufgabe einer Gemeinde" und daher stets auf den jeweiligen Einzelfall zu beziehen. In Untermerzbach beispielsweise gewährt die Gemeinde die Vereinsförderung laut Verwaltungsangestellter Sabine Schoppel jährlich auf Antrag. Auch gibt es Zuschüsse, "wenn größere Projekte geplant sind und die Finanzierung schwierig bzw. ohne gemeindliche finanzielle Unterstützung nicht möglich ist".

Zudem helfen viele Gemeinden bei größeren Veranstaltungen oder setzen Bauhofmitarbeiter als Unterstützung ein. Weitere Hilfen, auf die regelmäßig hingewiesen wird, sind die kostenlose Bereitstellung von Räumen, Plätzen, Geschirr, WC-Wagen, Grillwagen oder ein Einsatz kommunaler Fahrzeuge.

Mitunter sind es auch nicht geldwerte Hilfen. So führt Verwaltungsmann Sebastian Schilling in Eltmann die Beratung bei offenen Fragen an oder die Unterstützung in der Werbung. Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus spricht auch den ideellen Beistand an, beispielsweise durch Ansprechpartner Thomas Zettelmeier. Das ehrenamtliche Engagement wird in Einzelfällen gewürdigt, indem Kommunen speziell für Vereine Schulungen anbieten und Vereinsvertreter zu Infoabenden einladen. Etliche Städte und Gemeinden erläutern auf ihren Internetseiten die jeweiligen Richtlinien für die Förderung ihrer Vereine und fügen Formulare für Zuschussanträge oder die Vereinspauschale bei. eki