von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Bad Staffelstein — Formell sollte seine Signierstunde in der Obermain-Therme von 18 bis 19 Uhr dauern. Das war am Mittwoch aber auch das einzig Formelle bei Helmut Vorndran. Ansonsten war dem Autor sehr daran gelegen, eine gute Stunde zu verleben. Das bedeutet: mit Menschen in Kontakt kommen, Smalltalk üben, sie verunsichern und erheitern.
Flapsigkeit kann charmant sein. "Ja gut, das weiß ich jetzt auch nicht, da hätte ich mich vorbereiten müssen, hihi" - Antworten wie diese bekommt Vorndran auf seine Fragen danach, was er als Widmung auf die leere Seite vor Handlungsbeginn seiner Kriminalromane schreiben soll. Wer dann stammelt, ratlos formuliert oder sich keine Angaben zurechtgelegt hat, der wird gnadenlos zitiert. Dann steht in seinem Buch eben so etwas wie "Ja gut, das weiß ich jetzt auch nicht, da hätte ich mich vorbereiten müssen, hihi".
Rund 30 Personen dürfte der Kabarettist auf diese Weise ausgeschmiert haben. Aber dieses Ausschmieren hat eine Geschichte. Vor Jahren in Bad Rodach hätten ihm Leser auf die Frage, was sie denn als Widmung wünschten, in etwa wie folgt geantwortet: "Ja, Sie sind der Künstler - seien Sie mal kreativ." Das gebar die Idee zu der Eulenspiegelei. Dass er mit diesen Einträgen und Widmungen bei jemandem, der immerhin sein Buch kauft und es womöglich lieber ohne komische Einträge ins Regal stellen möchte, anecken könnte, weiß Vorndran wohl. Aber er hat eine Ausrede dafür, weshalb er seine Käufer in dieser Hinsicht doch strapazieren kann: "Das ist wie saure Gummibärle - eigentlich findet man's scheiße, aber man kann net aufhören." Und so durften sich die Käufer seiner Bücher während der Signierstunde noch mehr anhören.
"Achte mal darauf, dass die Vögel alle bezahlen", beispielsweise, gerichtet an die Dame neben ihm, die ihm beim Verkauf assistierte und die Gelder einnahm.
Einer, der ein humorvolles Gegenkonzept zu Vorndrans Flapsigkeiten entwickelt hat, ist der Werksleiter der Obermain- Therme, Hans-Josef Stich. Er kam lächelnd (und schweigend) mit einem Zettel, auf dem die gewünschten Widmungen pro Buch standen und hütete sich davor, nur ein Wort zu verlieren.