Ich muss zugeben:Ich habe zuletzt nicht mehr daran geglaubt, dass der Schlachthof noch gerettet werden kann. Umso mehr freut es mich, dass diese Geschichte ein - vorerst - glückliches Ende nimmt. Denn die selbstgerechten Tierfreunde, die vor wenigen Monaten "Gott sei Dank wird das Ding geschlossen" gerufen haben, denken zu kurz.

Nur, weil ein Schlachthof geschlossen wird, heißt es nicht, dass keine Tiere mehr geschlachtet werden. Sie werden dann eben andernorts geschlachtet - auch im Ausland und mitunter unter katastrophalen Bedingungen, produziert für die Großindustrie. Die Leidtragenden jedoch wären unsere heimischen Metzger und Landwirte gewesen - also diejenigen, denen artgerechte Haltung und Tierwohl noch am Herzen liegen.

Über kurz oder lang hätten viele von ihnen aufgeben müssen, weil es sich eben nicht lohnt, 40 Kilometer oder weiter zu fahren, um zwei Rinder pro Woche zu schlachten. Und wenn diese Betriebe aussterben, können die Menschen nicht mehr entscheiden, was für Fleisch sie kaufen wollen. Dann müssen sie nehmen, was sie noch bekommen: Fleisch aus der Massenproduktion. Ich bin froh, dass wir weiter eine Wahl haben.