Zum Bericht "Der Gelbe Sack: Transparent und doch undurchschaubar" vom 21. September:

Und wieder einmal ist es so weit, die in der Farbe auffälligen Gelben Säcke werden heute geleert. Ich bin mit meinen zwei Hunden beim Spaziergang und wieder einmal völlig überrascht und auch schockiert, wie viel Gelbe Säcke teilweise vor jeder Haustür zu finden sind. Neugierig schaue ich hier und da auf den Inhalt und frage mich, ob sich heutzutage überhaupt noch einer Gedanken um die immer größer werdenden Müllberge und vor allem um den eigentlichen Sinn des ursprünglich verfassten Verpackungsgesetzes vom 1991 macht.
Denn dieses brachte uns die Mülltrennung, den Gelben Sack mit dem charakteristischen grünen Punkt als Markenzeichen. Das Umweltbundesamt gab in diesem Jahr bekannt, dass 2015 pro Erwachsenem circa 559 Kilogramm haushaltstypische Siedlungsabfälle anfielen. Im Jahr 2000 waren es noch 458, Tendenz also steigend.
Deutschland ist in der Mülltrennung eifrig, aber leider Spitzenreiter bei der Müllproduktion, und schafft es nach Dänemark auf den zweiten Platz. Ein trauriges Ergebnis, wie ich finde.
Was viele nicht wissen: Nur 57 Prozent der Materialien, die im Gelben Sack landen, werden recycelt, 43 Prozent landen mit anderem Müll in der Verbrennungsanlage, um in Strom und Fernwärme umgewandelt zu werden. Das Ganze ist rechtlich gestützt, da die Verpackungsverordnung derzeit maximal 36 Prozent vorsieht. Bis 2022 soll es dann auf 63 Prozent angehoben werden.
Wissen sollte man auch, dass sich das Recyclingverfahren bei Flaschen und Gläsern (85 Prozent) und Papier (86) auf jeden Fall lohnt, auch das Recyceln von Dosen, also Metall, ist durch ein Magnetverfahren unproblematisch; Kunststoffe zu sortieren und aufzubereiten dagegen eher teuer und wenig lohnenswert.
Es geht also nicht nur darum, möglichst gründlich den Müll zu trennen, sondern in erster Linie darum, so wenig wie möglich Verpackungsmüll zu produzieren, indem ich schon beim Einkauf darauf achte. Hier ist Einfallsreichtum und Kreativität gefragt und vor allem eine ehrliche Reflexion unserer Gewohnheiten.
Übrigens 150 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben zurzeit laut Greenpeace in unseren Weltmeeren. Mit der Zeit zerfallen sie in winzige Teilchen (Mikroplastik) und finden sich wieder in Fischen, Muscheln und Krustentieren. Na dann guten Appetit.

Jennifer Willert
Unterleinleiter