Zum Thema Abitur in der Corona-Pandemie hat uns folgende Zuschrift erreicht:

Worüber macht sich ein Abiturient derzeit Gedanken? Natürlich über Corona und das Abitur bzw. die Kombination aus beidem. Dass wir Schüler uns von der Politik nicht richtig verstanden fühlen, sollte mittlerweile auch bekannt sein, doch das, was viele von uns nicht begreifen, ist die Auswahl der Interviewten zu diesem Thema, die augenscheinlich alle gerne die Abiturprüfung schreiben wollen. Das Problem bei der Sache ist, dass diese nicht alle Schüler vertreten, sondern nur die Überdurchschnittlichen mit astronomisch guten Noten, was dazu führt, dass Politiker denken, sie würden uns einen Gefallen tun, wenn sie uns diese Prüfungen schreiben lassen.

Dem ist allerdings nicht so, denn viele meiner Mitschüler sehen wirklich schwarz, bei dem, was da auf uns zukommt, denn selbst, wenn man die Prüfungen besteht, wird der Notendurchschnitt deutlich schlechter ausfallen, was bereits an einigen Klausuren über den Homeschooling-Stoff schmerzhaft spürbar wurde. Die Schülergruppe, die ich hier vertrete, ist alles andere als schlecht in der Schule oder faul und wir haben uns alle im ersten Halbjahr bereits ein gutes Notenpolster aufgebaut, doch der Abbau dieses Polsters war nicht eingeplant, da natürlich jeder einen guten Abschluss machen möchte. Man könnte jetzt zwar behaupten, dass wir doch mehr Zeit zum Nachholen des Stoffes haben, wo nun die meisten Klausuren gestrichen wurden.

Doch auch das ist nur eine (wie könnte man es besser sagen) scheinheilige Handlung, denn für die gestrichenen Klausuren wurde uns bereits mehrfach ein Bombardement an Stegreifaufgaben und mündlichen Noten angekündigt, was allerdings nicht die Schuld der Lehrer ist, sondern die mangelnder Richtlinien. Markus Söder sagte bereits, dass der Notendruck abgebaut werden soll, doch hier tritt das genaue Gegenteil ein. Vor nicht allzu langer Zeit, war eine Stellungnahme einer Vertreterin des Bildungsministeriums in der Zeitung, die auf Stimmen, dass die Noten schlechter werden würden, entgegnete, ob es denn wirklich das richtige Jahr sei, um sich über Noten Gedanken zu machen, denn die Gesundheit sei doch viel wichtiger. Na schön, und warum macht man dann noch Noten? Sollte der Fokus nicht viel mehr darauf liegen, den verpassten Stoff ohne Druck nachzuholen anstatt krampfhaft Prüfungen schreiben zu wollen? Die eigentliche Aussage dieser Frau ist jedoch wahr, denn die Gesundheit ist wichtiger, doch die jetzige Situation vereint schlechtere Noten mit einer immer noch bestehenden Gefährdung für die Gesundheit, was ein eher enttäuschendes Resultat darstellt. Nun möchte ich aber nicht nur Kritik üben, sondern auch noch einen Lösungsvorschlag bieten. Viele von uns baldigen Abiturienten wollen ein Durchschnittsabitur, mit der Möglichkeit der sogenannten ,,freiwilligen Günstigerprüfung" zur Notenverbesserung, wie sie bereits nach dem ersten Lockdown effektiv angeboten wurde. Somit bekommt jeder Schüler, ob er nun eine Prüfung schreiben will oder nicht, das was er möchte, niemand wird benachteiligt und zusätzlich hat man ein Gefahrenpotential weniger, da diese Schüler nicht mehr zusammen im Klassenzimmer sitzen müssten (Corona-Studie von den Wissenschaftlern Kriegel und Hartmann).

Jonas Schütz

95326 Kulmbach