Für seine langjährige und hervorragende Arbeit, zuletzt bis Ende 2016 als Kreisbrandmeister für den Bereich Höchstadt a. d. Aisch, zeichnete Landrat Alexander Tritthart (CSU) bei der Frühjahrsdienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehren und Werkfeuerwehren des Landkreises in der Seebachtalhalle Kreisbrandmeister a.D. Reiner Kugler aus. Er steckte ihm das Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Silber an und überreichte die Ehrenurkunde des Präsidenten des DFV, Hartmut Ziebs.
Tritthart stellte fest, dass das freiwillige Feuerwehrwesen im Umbruch sei: In den letzten Jahren wurden fünf der ursprünglich 81 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises mangels Personal oder zur Verfügung stehender Führungskräfte aufgelöst, vor kurzem fusionierten die Wehren Hemhofen und Zeckern. Der Landkreis stehe zu seiner gesetzlichen Verpflichtung, habe vor wenigen Wochen die notwendigen Finanzmittel für die ersten Komponenten des neuen Wechselladersystems im Kreistag fast einstimmig verabschiedet.
Erster Polizeihauptkommissar Jürgen Schmeißer, Polizeiinspektion Höchstadt/Aisch, betonte, er verabschiede sich mit Wehmut von den Wehren, nachdem er zum Ende 2017 nach vielen gemeinsamen Jahren mit schönen Erlebnissen, oft aber auch sehr belastenden Ereignissen in den Ruhestand gehe.
In seinem Jahresbericht stellte Matthias Rocca das neue Wechselladerkonzept des Landkreises vor: Noch 2017 werden als erste Stufe zwei Trägerfahrzeuge und vier Abrollbehälter (Atem-/Strahlenschutz, Besprechung, Logistik und Mulde) ausgeschrieben, die dann bei den Feuerwehren Höchstadt und Herzogenaurach beheimatet werden. Darüber hinaus stationiert der Freistaat im Jahr 2018 einen Abrollbehälter mit Gerätesatz "Hochwasser", bestückt unter anderem mit 18 Schmutzwasserpumpen, im Landkreis, der auch bayernweit zum Einsatz kommen wird.
Kreisbrandmeister Stefan Brunner stellte im Anschluss die Einsatzstatistik für das Jahr 2016 vor, die 374 Brandeinsätze verzeichnete (16 weniger als 2015), dazu 1451 technische Hilfeleistungen (+179), 168 Sicherheitswachen (-6), 197 sonstige Tätigkeiten (-4) sowie 341 Fehlalarmierungen (-6). Dazu wurden an den First Responder-Standorten Baiersdorf, Bubenreuth und Kalchreuth 268 medizinische Notfalleinsätze gefahren (-54).
Insgesamt 3015 Feuerwehrdienstleistende (+42) leisteten damit bei 2534 Einsätzen (-172) komplett ehrenamtlich insgesamt 30035 Einsatzstunden (+987). Bei Bränden konnten drei Personen (-1) gerettet, leider aber auch drei Personen (+2) nur noch tot geborgen werden. Noch höheren Belastungen waren die Einsatzkräfte bei technischen Hilfeleistungen ausgesetzt: Die Zahl der dabei tot geborgenen Personen stieg von 19 im Vorjahr auf 40 im Jahr 2016, 95 Personen konnten im gleichen Zeitraum durch die Feuerwehr gerettet werden (-7). Bei First Responder-Einsätzen zur qualifizierten Ersten Hilfe bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst konnten 95 (-17) weitere Personen gerettet werden, ebenso wie 2015 war in acht Fällen war keine Hilfe mehr möglich.
Kreisjugendfeuerwehrwart Marcus Maier berichtete von den Jugendfeuerwehren, dass ein Mitgliederplus zu verzeichnen sei: In 66 Gruppen wurden zum Jahresende 426 männliche und 151 weibliche Feuerwehranwärter auf den Dienst am Nächsten vorbereitet, 31 Jungs und 31 Mädchen mehr als 2015. Besonders positiv sei der Trend in den Feuerwehren, die bereits Kinderfeuerwehrgruppen gebildet hätten. Gleichwohl hatte Maier auch mahnende Worte dahingehend parat, den Nachwuchs nicht schon in den Kindergruppen zu sehr mit Ausbildungsthemen zu beschäftigen.
Kreisbrandinspektor Manfred Schattan, zuständig für die Koordination der Ausbildung im Landkreis, blickte auf die Lehrgänge auf Kreisebene zurück. Über die neue Dispo-Gruppe "Warnen" informierte Kreisbrandmeister Dieter Püttner.
Den Abschluss der Dienstversammlung bildeten dann Personalien: Für den Fachbereich "Vorbeugender Brandschutz / Brandmeldeanlagen" wurde Udo Beuerlein aus Möhrendorf von Matthias Rocca zum Kreisbrandmeister ernannt. Zum Nachfolger für den 2016 auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Kreisbrandmeister Roland Zeilinger bestellte der Kreisbrandrat Patrick Dreher aus Herzogenaurach zum Kreisbrandmeister für den Fachbereich "Atemschutz". Stefan Brunner