Am letzten Mai-Wochenende herrscht wieder Hochbetrieb im Bamberger Minigolfpark auf der Jahn-Halbinsel. Zwei Tage lang ist die Filzgolfanlage im Bamberger Hain erstmals Schauplatz des Nestlé Schöller Filzgolf-Masters - ein Glanzlicht im deutschen Minigolfkalender, das in Bamberg seine fünfte Auflage erfährt.
Wegen der Unterstützung des Hauptsponsors lockt das Masters als einziges Turnier des Deutschen Minigolfsport Verbandes (DMV) mit attraktiven Geldpreisen, was die Topspieler aus ganz Deutschland ins Oberfränkische kommen lässt. Am Samstag und Sonntag treten im Bamberger Minigolfzentrum deutsche, Europa- und Weltmeister aller Altersklassen gegeneinander an. Der spannende Matchplay-Modus, nach dem in direkten Duellen gegeneinander gespielt wird, begeistert Akteure wie Zuschauer gleichermaßen. Es geht dabei nicht um die bessere Gesamtschlagzahl, sondern um die Anzahl der gewonnenen Bahnen pro Runde. Somit ist auch ein "Ausrutscher" mal drin und die Spannung so bis zum Finale garantiert.
Maximal 64 Spieler/innen werden auf 16 Gruppen à vier Spieler/innen verteilt. Diese spielen nach dem System Jeder-gegen-jeden, was bedeutet, dass insgesamt sechs Runden mit Massenstart gespielt werden. Jede Gruppe erhält eine fest zugeordnete Startbahn zugelost. Der Sieger eines Spiels erhält zwei Punkte, bei Schlaggleichheit erhält jede/r Spieler/in einen Punkt. Für die Finaldurchgänge, die im K.o.-System und mit Massenstart gespielt werden, qualifizieren sich die beiden jeweils Gruppenersten, somit also maximal 32 Spieler/innen.


Wiedersehen mit Marco Templin

Zu diesem Event haben 25 Vereine aus dem deutschen Raum gemeldet. Dabei stellt der MGC Mainz mit neun Akteuren das teilnehmerstärkste Team, gefolgt vom MGC Dormagen-Brechten mit sechs und der BGS Hardenberg mit fünf Spielern. Letztgenannter Verein aus dem Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen ist einer der weltweit erfolgreichsten Vereinsmannschaften der letzten Jahre. Dieses Team stellt mit dem Brüderpaar Walter und Harald Erlbruch sowie Alexander Geist und Marco Templin etwa mehrmalige deutsche sowie Europa- und Weltmeister. Walter Erlbruch ist mehrfacher Welt- und Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft, 1990 und 1996 zweifacher Europameister im Einzel; dessen Bruder Harald Europameister der Jahre 2006 und 2008. Beide erhielten 2003 und 2012 das Silberne Lorbeerblatt.
Marco Templin, ein Bamberger Urgestein, feierte bereits in jungen Jahren beachtliche Erfolge. Er wurde 2003 mit dem Nationalteam Jugend-Europameister, vier Jahre später Doppel-Weltmeister und im Folgejahr erneut Mannschafts-Europameister.
Vom mehrfachen deutschen Titelträger MGC Mainz sind auch Alice Kobisch und Stefanie Blendermann bei diesem Turnier mit dabei. Kobisch ist vielfache deutsche Meisterin im Einzel, holte WM-Gold 1993 und wurde 2014 Europameisterin bei den Seniorinnen. Auf eine große deutsche und internationale Titelsammlung kann auch die aus Castrop-Rauxel stammende Stefanie Blendermann zurückblicken.


Lokalmatadoren mit Chancen

Vom gastgebenden MGC Bamberg gehen drei Spieler an den Start. Robert Elst, Yannick Müller und Ole Riewe ist durchaus zuzutrauen, die Finals der besten 32 zu erreichen, was vielleicht auch ein wenig Losglück braucht. Mit Müller und Riewe spielen zwei hoffnungsvolle Nachwuchstalente mittlerweile fast auf höchstem Niveau. So ließen beide in ihrer noch jungen Karriere sowohl bei nationalen als auch internationalen Turnieren mit unerwarteten Erfolgen aufhorchen.
Riewe holte sich im Juli vergangenen Jahres in Weinheim den Einzeltitel eines deutschen Jugendmeisters. An gleicher Stelle gewann Müller Bronze bei den Schülern. Nur knapp einen Monat später setzte Riewe nochmals einen drauf: Mit der Mannschaft gewann er bei der Jugend-WM im österreichischen Bischofshofen Gold. wosch