Alljährlich um den 6. Januar sind auch in der Motschenbacher Pfarrei St. Maternus die Sternsinger unterwegs, um den Segen in die Häuser zu bringen. Wegen des Corona-Lockdowns war es heuer nicht möglich, diesen Brauch in der bekannter Weise durchzuführen. Einfallsreichtum war gefragt - nicht nur in Motschenbach.

Bereits im November hatten 18 Kinder, die schon in den Vorjahren bei der Sternsingeraktion dabei waren, ihre Teilnahme zugesagt - und dies, obwohl klar war, dass es keine gemeinsamen Vorbereitungstreffen geben und auch der Sternsingergottesdienst mit so vielen Kindern nicht möglich sein würde. Doch die Kinder waren sich einig: "Wir wollen helfen."

Die Jungen und Mädchen informierten sich auf der Internetseite des Sternsingermissionswerks über das Beispielland Ukraine und erfuhren so, mit welchen Schwierigkeiten und Nöten Kinder dort konfrontiert sind und wo Hilfe nötig ist. Und so gingen die Segensbringer neue Wege, um Spenden zu sammeln. Sie steckten Weihrauch, Aufkleber für die Türen, Spendentüten und einen Spruch in die Segenstütchen und machten sich in Kleingruppen auf den Weg.

Ohne Krone und Stern

Ohne Krone, ohne Stern und ohne Gewand, einzeln oder zu zweit, in Begleitung eines Elternteils und unter Einhaltung der Corona-Vorschriften warfen sie ihre Segenstütchen in die Briefkästen der Menschen, die sie eigentlich besucht hätten. So wurden in Motschenbach und den zur Pfarrei gehörenden Ortschaften Willmersreuth, Proß, Gundersreuth, Neuenreuth, Wüstenbuchau, Bechtelsreuth, Steinsorg und Buchau über 200 Tütchen verteilt.

Im Gottesdienst am Dreikönigstag waren dann drei Sternsinger dabei, für jedes andere Kind lag symbolisch eine Krone in der Kirche. Kaplan Florian Sassik, der den Gottesdienst zelebrierte, betonte in seiner Predigt, wie wichtig der Einsatz der Sternsinger ist, um bedürftigen Kindern eine Perspektive zu geben. Und an die Gottesdienstbesucher appellierte er, die Aktion mit einer Spende zu unterstützen, denn: "Die Welt braucht eine frohe Botschaft, gerade heute."

Am Dreikönigstag weihte Pfarrer Michal Osak in der Pfarrkirche St. Jakobus zu Marktschorgast Salz, Wasser, Weihrauch und Kreide. Er segnete die Türaufkleber, die mit einer Spendentüte an alle Haushalte in Marktschorgast verteilt wurden. Drei Sternsinger wandten sich im Gottesdienst direkt an die Gläubigen: "Nun öffnet die Türen, die Tore macht weit, es ist, wie ihr seht, wieder Sternsingerzeit. Wir sagen den Spruch, wir tragen den Stern, wir bringen den Segen, das mag jeder gern. Für uns hat sich Gott ganz klein gemacht. Er wurde geboren als Kind in der Nacht. Er zeigt uns, dass Leben ganz klein beginnt und dass auch die Kleinen schon wichtig sind. So gehen wir Kinder auf ganz neuen Wegen und bringen Euch allen den göttlichen Segen. Der Herr schenke euch ein gesegnetes Jahr. Das wünschen Euch Kaspar, Melchior und Balthasar."

Auch in Mainroth konnte die Botschaft der Sternsinger in diesem Jahr wegen Corona nicht in gewohnter Weise zu den Menschen kommen, deshalb hatte man sich dort nach eingehenden Diskussionen für einen anderen Weg entschieden. Bereits am Neujahrstag begleitete eine Sternsingergruppe Diakon Herbert Mayer zum Gottesdienst in der Johanniskirche in Schwarzach. Nach dem Gottesdienst, bei dem Herbert Mayer im Rahmen des Kanzeltausches predigte, sprachen die Sternsinger den Segen für die Gläubigen im östlichen Pfarrsprengel.

Segenstütchen für Zuhause

Diese konnten dann Segenstüten mit Aufklebern, Weihrauchkegeln und der Vorlage für eine Sternsinger-Segensfeier in der Familie mit nach Hause nehmen.

Am Dreikönigstag gestalteten die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar den Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael mit. Auch hier erhielten die Gläubigen die Segenstüten . Der Segen Gottes für die Menschen sei noch nie so nötig gewesen wie heute, predigte Diakon Herbert Mayer. Deshalb habe man sich vielerorts andere kreative Wege überlegt, um diesen besonderen Segen trotz der Kontaktbeschränkungen in die Häuser zu bringen.

Am Nachmittag brachten ehrenamtliche Helfer die Segenstüten in alle Haushalte in Mainroth und Mainklein. Der Leitgedanke der engagierten Mädchen und Jungen, die alljährlich für notleidende Kinder in aller Welt Spenden sammeln, lautete in Coronazeiten: "Heller denn je - die Welt braucht eine frohe Botschaft!"

Für die Mainrother Sternsingermädchen Eva, Pauline und Sophie war es ganz selbstverständlich, dass sie wieder dabei waren. "Aber, die Kontakte mit den Menschen und die Freude, wenn wir zu ihnen kommen, die fehlen uns heuer schon", waren sie sich einig. red/Prei./koh