Willersdorf — Der Fischereiverein Willersdorf-Haid e.V. veranstaltete heuer sein Wallerfischen an der oberfränkischen Aisch. Die Hegemaßnahme, die im Jahre 2011 ins Leben gerufen wurde, soll dem Vormarsch des Welses oder auch Wallers in der Aisch systematisch entgegen wirken.
Kleine Gewässer wie die Aisch machen mit immer zahlreicheren und größeren gefangenen Exemplaren von sich reden. Der bisher größte gefangene Fisch im Aischtal war ein Wels von 1,76 Metern im vergangenen Jahr. Doch das dürfte mit Sicherheit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Die Ursache dafür sieht der Fischereiverein im weltweiten Klimawandel. Immer mildere Winter und ansteigende Wassertemperaturen sorgen demnach dafür, dass der wärmeliebende Wels längere Fressperioden einlegt .
Erschwerend komme hinzu, dass die Erwärmung der Gewässer die Vermehrung begünstige. Und dies gehe zweifelsfrei zu Lasten der kleineren Friedfisch-arten, wie Schleie, Rotfeder oder Rotauge, die seit jeher die Fauna der Aisch bestimmen.

Kontroverse um den Wels

Aus Fachkreisen wird immer wieder gekontert, der Wels nehme wesentlich weniger Nahrung auf als ein Hecht und sei somit keine ernsthafte Bedrohung für den Kleinfischbestand.
Dem entgegen stehe jedoch, dass große Welse eben nicht nur ordentlich fressen, sondern auch erheblich mehr Nachkommenschaft produzieren
Die Einflussfaktoren, wie Klimaerwärmung, Kormoranverbiss, Schadstoffeinleitung und Landwirtschaft, haben in den vergangenen Jahrzehnten so massiv auf kleine Ökosysteme eingewirkt, dass die Entstehung eines natürlichen Gleichgewichts ohne Hege heute kaum mehr möglich sei.
Das Resultat des Wallerfischens 2015 des Willersdorfer Fischereivereins spricht hier eine überaus deutliche Sprache: Wurden im Debüt-Jahr 2011 noch drei Welse zwischen 30 und 40cm gefangen, so waren es in diesem Jahr bereits fünfzehn Fische, angeführt von drei Exemplaren jenseits der Einmetermarke. An vorderste Position angelte sich ein Vereinsjungfischer mit einem stattlichen Waller von 1,15 Metern. red