Was Wolfgang Schott befürchtet hatte, ist eingetroffen: Der regionale Zulassungsausschuss, der sich aus Vertretern von Ärzten und Krankenkassen zusammensetzt, hat in einer Sitzung entschieden, dass das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) aus dem unterfränkischen Bad Neustadt die Praxis des Kronacher HNO-Arztes nicht übernehmen darf.

Wie der Fränkische Tag zuerst berichtet hat, möchte Schott mit 70 Jahren in Ruhestand gehen und hatte sich mit besagtem MVZ darauf geeinigt, dass dieses seine Praxis weiterführt. Das ist laut Bundessozialrecht jedoch nicht möglich, da sich das MVZ außerhalb des Landkreises Kronach befindet. An diese gesetzlichen Vorgaben möchte der zuständige Zulassungsausschuss festhalten.

Zuletzt hatte sich der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner für den Erhalt von Schotts Praxis starkgemacht und nach der Entscheidung des Zulassungsausschusses erneut versprochen, dass in Schotts Fall eine Nachfolge-Lösung gefunden wird: "Wir haben vier Lösungen ausgearbeitet - und auf eine davon werden wir uns einigen. Die Praxis wird bestehen bleiben", kündigte er gestern an.

Am 30. September soll es ein erneutes Treffen zwischen Baumgärtner, dem Landrat Klaus Löffler (CSU), der stellvertretenden Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) und Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung geben. Auch Schott selbst und Vertreter des interessierten MVZ sollen bei dem Gespräch anwesend sein. "Danach wird es einen großen Schritt nach vorne gehen", ist sich Baumgärtner sicher.

Die zähen Verhandlungen rund um die Nachfolge von Schotts Praxis nimmt der Landtagsabgeordnete zum Anlass, die Einrichtungen öffentlichen Rechts infrage zu stellen: "Wenn Ministerien, Regierungsstellen und Institutionen nicht in der Lage sind, die Probleme der Menschen zu lösen, muss man hinterfragen, ob man sie noch braucht." Schott will seine Praxis Ende Oktober schließen.