Kulmbach — Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Bayreuth-Hof stieg im August auf 4,4 Prozent. "Die Arbeitslosigkeit ist zwar leicht angestiegen, es handelt sich jedoch um einen saisonalen Effekt, da sich im vergangenen Monat weitere Ausbildungs- und Schulabsolventen arbeitslos gemeldet haben. Der Großteil hat sich erfreulicherweise bereits ab Herbst in eine Anschlussbeschäftigung oder Schulausbildung abgemeldet", so Martina Seebach, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof.
Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bayreuth-Hof zeigte sich weiterhin aufnahmefähig. Trotz der Ferien- und Urlaubszeit stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter an. Obwohl die Arbeitslosigkeit anstieg, lag die Zahl der Arbeitslosen knapp sieben Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Wie im Juli war der Anstieg bei den jungen Menschen bis 25 Jahren am deutlichsten. Bei den Arbeitslosen im Alter von 15 bis 25 Jahren wurde im Vergleich zum Vormonat ein Plus von 34 Prozent registriert.


Üblicher Einbruch blieb aus

Der über die Sommermonate übliche Einbruch an Stelleneingängen blieb in diesem Jahr aus. Trotz der Urlaubszeit meldeten die Unternehmen 14 Prozent mehr freie Arbeitsplätze als im Juli. Die meisten Arbeitskräfte waren im Bereich des Gesundheitswesens, des verarbeitenden Gewerbes sowie im Handel gesucht.
Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus, wie zum Beispiel der kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit, sind. Im August umfasste dieser Kreis 14 636 Personen, 1035 weniger als im August 2014.


Freie Ausbildungsplätze

Obwohl der traditionelle Ausbildungsbeginn im September bevorsteht, herrscht noch Betriebsamkeit auf dem regionalen Ausbildungsmarkt. Immer noch melden Unternehmen wieder frei gewordene oder neue Ausbildungsstellen für dieses Jahr. Im August waren noch 835 Ausbildungsstellen unbesetzt. Quer durch alle Branchen waren noch Lehrstellen zu haben. "Die Möglichkeit, eine Ausbildungsstelle anzutreten, besteht noch bis in den November hinein. Deshalb sollte man nicht nachlassen, sich zu bewerben", rät Martina Seebach allen, die bisher noch keinen passenden Lehrherren gefunden haben.
Im Landkreis Kulmbach begründet sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat hauptsächlich mit dem Zugang junger Ausbildungsabsolventen, die nicht von ihren bisherigen Arbeitgebern übernommen wurden. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 auf 4,5 Prozent, lag aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 4,9 Prozent.


Fachkräfte werden gesucht

Die Unternehmen in der Region Kulmbach halten ihre Personalstände stabil. Hauptsächlich fragten Handwerksbetriebe nach gelernten Kräften, wie Elektriker, Maurer, Schreiner oder technische Systemplaner. Nachdem der Bedarf nur schwer abzudecken ist, gehen die Betriebe neue Wege und geben auch erfahrenen, motivierten gewerbliche Hilfskräften eine Chance. Ebenso besteht in der Automobilbranche und in der Gastronomie Personalbedarf. Im sozial-/medizinischen Sektor sind Erzieher, Heilerziehungspfleger, Kinderpfleger, Altenpfleger und Ergotherapeuten gefragte Kräfte. red