Zum zwölften Male wurde in der Steinbacher Wendelinus-Kirche im Rahmen eines Festgottesdienstes der Brauch begangen, die ersten Trauben zu segnen. Bei der Gabenbereitung wurden die Reben von den Winzern feierlich zum Altar gebracht.
Die Bereitschaft, das Engagement und die Geschlossenheit der Winzer machte es möglich, den Brauch weiterhin aufrechtzuerhalten. Die meisten der teilnehmenden Winzer waren bereits bei der ersten Veranstaltung im Jahr 2006 dabei, als der Brauch auf Anregung von Herbert Roller wiederbelebt wurde.


Das Traubenmädla ist dabei

Zu den Winzerfamilien Brech, Fischer, Hömer, Karl, Tully, Schneyer und Virnekäs, die zum Teil die Anfänge mitprägten bzw. in den letzten Jahren dazustießen, kamen mit Werner Schmitt und Hartmut Scheuring zwei Neuzugänge hinzu. Eine Bereicherung bildete wie jedes Jahr das Träublmadla, wie es nur in Steinbach zu erleben ist. Zurzeit übernimmt diese Aufgabe Julia Meyer.
Pfarrer Maciej Rusin erklärte in seiner Ansprache Wein, Weintrauben und Weinberge seien Metaphern für Glauben, Leben und Genießen. Aus der Bibel zitierte er mahnende Verse gegen ein Übermaß an Wein. Gott warne zwar vor Trunksucht und Völlerei, sehe im Wein aber auch einen Quell der Lebensfreude.


"Der wahre Weinstock"

Der Wein stelle eine Verbindung von Glauben und Leben her, erklärte Pfarrer Rusin und führte als Beweis die Aussage Jesu an: "Ich bin der wahre Weinstock!" Rusin verglich das menschliche Leben mit einem Weinstock und dem Wachstum der Trauben: Beide bräuchten kräftige Wurzeln und ein gesundes Klima für einen optimalen Reifeprozess, wichtig seien Erziehung und der richtige Erntezeitpunkt. Pfarrer Rusin sprach das lateinische Traubenweihe-Gebet und segnete die Trauben.
Von den Winzern wird in den Weinbergen, insbesondere an den Steilhängen, beeindruckende Arbeit geleistet. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich die Besucher von der Qualität der Weine überzeugen, als diese auf dem Kirchenvorplatz zur Verköstigung ausgeschenkt wurden. red