Aufgrund der Corona-Pandemie ist es dem Missionsverein Heiligenstadt heuer nicht möglich, gefahrlos einen Weihnachtspäckchentransport nach Rumänien und Moldawien durchzuführen. Deshalb bittet er um Geldspenden.

Da es schon bei den vielen Sammelorten in der Region (Schulen, Kindergärten und andere) aufgrund der Situation derzeit nicht möglich wäre, die Weihnachtspäckchen problemlos abzuholen, hat sich der Verein "Lasst uns gehen" schweren Herzens dazu entschlossen, die Aktion heuer abzusagen. Die entsprechenden Stellen wurden darüber informiert.

Da es auch in den Ländern wie Österreich und Ungarn fast unmöglich sei, ohne Tests, Sondergenehmigungen und längere Wartezeiten an den Grenzen durchzufahren, drohe den Helfern, in Rumänien eventuell noch in Quarantäne zu müssen. Für die Rückfahrt wäre dann die selbe Prozedur angesagt.

Lage ist "viel dramatischer"

"Wie unsere Mitarbeiter kürzlich aus diesen Ländern berichteten, ist die Situation dort derzeit noch viel dramatischer als bei uns", berichtet Friedrich Dorsch, Vorsitzender des Missionsvereins. Außer den notwendigsten Geschäften (Lebensmittel, Apotheken, Arztpraxen) sei alles geschlossen. Auch die Schulen, Kindergärten und teilweise auch die Arbeitsstellen sind zu, und somit gibt es weniger oder kein Einkommen. Vom Staat sei in diesen Ländern keine oder nur geringe Unterstützung zu erwarten.

Die Krankenhäuser sind laut Dorsch überfüllt, die Intensivbetten in vielen Städten voll belegt, so dass die Patienten an andere Kliniken im Lande verteilt werden müssen. Außerdem fehle es an Ärzten und Pflegepersonal, das zum Teil selbst infiziert und ausgelaugt sei. "Teilweise sind sie wegen besserer Bezahlung schon vor Jahren in den Westen abgewandert oder von westlichen Stellen abgeworben worden", teilt der Vorsitzende mit.

Auch an Schutzmaßnahmen und Hilfsmitteln fehle es fast überall, so dass die Sterberate wesentlich höher ist als in Deutschland. Da diese Situation dort ebenfalls schon seit März existiert, gehen den vielen Waisenhäusern, Heimen, Gemeinden, Kirchengemeinden, der Palliativstation, Missionsstationen und den vielen armen und kinderreichen Familien die Vorräte und das Geld für Lebensmittel aus.

Deshalb hat sich der Verein entschlossen, statt Weihnachtspäckchen zu bringen Geldspenden zu überweisen, die an die Verantwortlichen und Mitarbeiter vor Ort der dem Verein bekannten Heime und Stationen gehen, damit sie den Bedürftigsten etwas Lebensmittel und Heizmaterial für eine warme Stube und den Kindern kleine Geschenke für das Weihnachtsfest kaufen können.

Spendenkonten

"Wir hoffen, dass viele bereit sind, dafür Geld zu spenden, egal, welche Summe, damit vielen geholfen werden kann", appelliert Dorsch. Der eingetragene Verein könne auf Wunsch Spendenbescheinigungen ausstellen. Bankverbindungen: Sparkasse DE27 7705 0000 0810 9182 27; Raiffeisenbank: DE59 7736 5792 0003 2216 60. red