Zum Artikel "Nordhalben darf eigene Quellen nicht nutzen" vom 26. Oktober: Was sagt uns der gesunde Menschenverstand, wenn im Sog des immer weiter fortschreitenden Klimawandels vielleicht auch einmal die Wasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist? Die Gemeinden und Kommunen sind gut beraten, wenn sie aus Redundanzgründen auch eigene Quellen nutzen oder wieder in Betrieb nehmen!

Mit dieser Weitsicht ist unser Landratsamt leider nicht gesegnet, sonst hätten sie den mehrheitlichen Beschluss von Bürgermeister und Gemeinderat, die bestehenden Quellen wieder zu aktivieren, keine Steine in den Weg gelegt und nicht auf das Wasserrecht gepocht.

Dieser Verwaltungsakt ist in Zeiten des Klimawandels, in der Vorsorge für eine sichere zukünftige Trinkwasserversorgung getroffen werden sollte, nicht nur kontraproduktiv, sondern auch unverantwortlich. Durch die zunehmenden Trockenperioden, Verdunstung, und Entnahmedruck wurde auch die Ködeltalsperre in Mitleidenschaft gezogen. Man sieht es an den Rändern, dass der Wasserstand zurzeit schätzungsweise fünf bis sieben Meter zu niedrig ist. Auch wenn die Wasserversorgung jetzt noch sichergestellt ist, muss das nicht in Zukunft so sein. Der Klimawandel und die ständige Trockenheit lassen nichts Gutes im Frankenland erahnen.

Durch die Rücknahme des Wasserrechts, nur weil zwischenzeitlich keine Entnahme aus den eigenen Quellen erfolgte (da wieherte aber der Amtsschimmel). wurde dem Bürger ein Bärendienst erwiesen. Die Ködeltalsperre, die in Oberfranken circa 400 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt, wäre nicht der erste See, dessen Kapazität für die Versorgung im Hinblick zunehmende Trockenheitsperioden, nicht mehr ausreicht. Wasserrecht hin oder her.

An dieser Stelle möchte ich an das Landratsamt appellieren, nur wegen "Wasserrechthaberei" keine Projekte zu blockieren, die für die Grundversorgung der Bevölkerung in naher oder ferner Zukunft wichtig sein könnten. Hans Scherbel Nordhalben