von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Harsdorf — Das Trinkwasser wird in der Gemeinde Harsdorf ab 2015 um gut 50 Prozent teurer. Bislang mussten die Bürger für den Kubikmeter 1,01 Euro zahlen, für den kommenden Kalkulationszeitraum sind es dann 1,54 Euro bei einer jährlichen Grundgebühr von 60 Euro für normale Wasserzähler und 95 Euro für Großwasserzähler.
Die Neukalkulation war nach den Worten von Bürgermeister Günther Hübner (CSU) notwendig. Die Änderungssatzung zur Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung wurde vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet. Was den Gesamtpreis von Wasser und Kanal angeht, liege die Gemeinde im Vergleich mit den Nachbarkommunen aber immer noch recht günstig, wie Bürgermeister Hübner betonte.
Zugestimmt wurde den Plänen von Michael Schmidt, der die ehemalige Raiffeisenbank zum Wohnhaus umbauen will.
Keine Stellungnahme gaben die Räte zur 2. Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet "Himmelkron-Ost BA II" ab, mit der die Nachbargemeinde die Unterbringung von Flüchtlingen im Geltungsbereich und damit auch konkret in dem dortigen Hotel ausschließt.
Zu den Baumaßnahmen an der Autobahn (siehe auch unten stehendes Interview) legte Bürgermeister Günther Hübner den Plan zur neuen Betriebsauffahrt an der A 70 vor. Eine Beratung darüber wird aber erst in der Dezember-Sitzung erfolgen.
Der Telefonanschluss für den Hochwasserschutz "Haselbach" wird erst zum 14. November fertig. Damit ist das Rückhaltebecken dann voll funkionsfähig.

Gegenwind für Bürgermeister?

Was die Visionen des Bürgermeisters in Bezug auf den Bewegungs- oder Therapiegarten am Gesundheitsbahnhof angeht, wurde deutlich, dass Hübner im Gemeinderat auch mit dem einen oder anderen Gegenwind rechnen muss. Hübner rechnet mit Gesamtkosten von maximal 80 000 Euro, ausgehend von einer Förderung von 80 Prozent über das Leader-Programm, die Oberfrankenstiftung, den Landkreis und private Sponsoren.
Dennoch verbleibt für die Gemeinde am Ende noch ein großer Anteil, was Thomas Böhner (FW) "Schmerzen" verursacht.
Wie Bürgermeister Hübner berichtete, ist beabsichtigt, auf einer Fläche von 550 Quadratmetern Wohlfühl- und Entspannungsflächen für den Bewegungsgarten anzulegen, unter anderem mit einer Boccia-Bahn und einer kleinen Wasserfläche. Die Umsetzung könnte in den Jahren 2016 bis 2018 erfolgen. Der Bürgermeister: "Ich weiß, dass die Maßnahme grenzwertig ist." Für Stefan Holzheu (SPD-Offene Liste) ist die hohe Förderung nicht unbedingt ein Argument, sich für die Maßnahme zu entscheiden. Und stellvertretender Bürgermeister Manfred Zapf (CSU) sagte: "Das ist ein Haufen Geld. Wir müssen nicht einfach was bauen, wenn es nicht notwendig ist, nur weil wir eine hohe Förderung bekommen."
Hermann Hofmann (FW) fragte in die Runde: "Wir sprechen immer von einem Therapiegarten. Weiß jemand überhaupt, was das ist?" Rainer Spahn (SPD-Offene Liste): "Wir können ja immer noch anhalten. Noch ist es für uns ein Nullsummenspiel."
Bürgermeister Hübner will nun versuchen, eine ordentliche Finanzierung für das Projekt auf die Beine zu stellen. Unter dem Finanzierungsvorbehalt stimmte der Gemeinderat dann zu.

Kreis übernimmt Winterdienst

Hübner gab noch bekannt, dass der Winterdienst auf den gemeindlichen Straßen künftig mit einem größeren Fahrzeug durch den Kreisbauhof vorgenommen wird. Die Innerortsstraßen sind deshalb von parkenden Fahrzeugen freizuhalten, ansonsten werde nicht geräumt.