"Das ist, was zählt!": Piotr Rosenkiewicz zeigt auf eine Gruppe von Jugendlichen, die rumalbern und versuchen, sich gegenseitig einen Tanz beizubringen. Zuvor hat der Deutschlehrer aus dem polnischen Barlinek erzählt, dass er die lange Busfahrt und die damit verbundenen Anstrengungen gerne auf sich nimmt. Denn genau für solche Momente lohnen sie sich, sagt er.
Rosenkiewicz ist einer der Verantwortlichen für den deutsch-polnischen Jugendaustausch, den es seit mittlerweile 14 Jahren zwischen den Erzbistümern Bamberg und Stettin-Cammin in Westpommern gibt. Dieses Jahr waren wieder 24 polnische Jugendliche für drei Tage zu Gast im Jugendhaus Burg Feuerstein, wie das Erzbistum mitteilt.


Grenzen überschreiten

Sein Engagement gegen Vorurteile ist eine Herzensangelegenheit für Rosenkiewicz. Das
merkt man ihm an, wenn er von den vielen Projekten erzählt, die er initiiert hat und begleitet, um die deutsch-polnischen Beziehungen zu verbessern. "Es muss Kindern und Jugendlichen von klein auf gezeigt werden, dass nicht Hass, sondern Freundschaft entscheidend ist", sagt er. Und weiter: "In vielen Köpfen existieren noch immer Grenzen und diese müssen überschritten werden."
Der Jugendaustausch spiele dabei eine wichtige Rolle: "Die Teilnehmer merken meist schon nach wenigen Stunden, dass die Wirklichkeit anders ist, als ihre Stereotype." Diakon Burkhard Farrenkopf bestätigt, dass solche Begegnungsreisen für den Abbau von Vorurteilen eine große Bedeutung haben. Farrenkopf ist Seelsorger im Jugendhaus Burg Feuerstein und seit zehn Jahren einer der Organisatoren und auch Leiter des Austauschs.
Als "eine Begegnung von Kulturen, aber auch ein Kennenlernen von Religion und Spiritualität" bezeichnet er diesen. "Polen ist nicht weit weg und trotzdem oft eine ganz andere Welt", so Farrenkopf. Bei den Begegnungsreisen könnten die Jugendlichen in diese Welt eintauchen, sich gegenseitig kennenlernen und für ein paar Tage das Programm und ihre jeweilige Lebensart miteinander teilen.
"Fremd kann leicht zu Freund werden, wo Glaube, Engagement und Freude bei Jugendlichen eine ähnliche Basis haben", fasst Farrenkopf seine Erfahrungen zusammen. Unterstützt wird der Jugendaustausch auch vom Jugendamt der Erzdiözese Bamberg, dem Jugendhaus Burg Feuerstein sowie dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk. red