Heizspirale, Kessel, Temperatursensor - die improvisierte Espressomaschine nimmt langsam Form an. Die Studierenden aus dem zweiten Semester des Masterprogramms Simulation & Test haben ein Computermodell entwickelt, das sie jetzt überprüfen wollen.
Dazu haben sie mit einem kleinen Aluminiumkessel und Heizdraht einen Kocher gebaut. Über Kabel ist er an die Messgeräte angeschlossen. "Wir können damit genau überprüfen, wie hoch die Temperatur des Wassers im Inneren ist", erklärt Professor Conrad Wolf, der das englisch-sprachige Modul Computer Based Measurement Technology in dem Studiengang betreut. Denn auf die richtige Temperatur kommt es an, wenn man einen guten Espresso zubereiten will.


Stimmt die Planung?

Bisher haben die Studierenden die Espressomaschine nur am Computer geplant. Ob ihre Berechnungen richtig waren, soll das selbst gebaute Versuchsmodell jetzt zeigen.
Alexander Christ hat vorher in Karlsruhe studiert. Nach seinem Bachelorstudium Fahrzeugtechnologie wollte er im Master noch mehr Hintergrundwissen für den Bereich der Simulation - vor allem der Strömungssimulation - bekommen. Für ihn war es die richtige Entscheidung: "Es sind kleine Gruppen. Wir kennen uns alle - die Atmosphäre ist sehr persönlich", betont Christ.


Kleine Gruppen

Kommilitone Felix Brand hat schon den Bachelor Physikalische Technik an der Hochschule Coburg abgeschlossen. Am Computer zieht er das 3 D-Modell des Wasserkochers für die Espressomaschine hin und her und ändert Einstellungen im Programm. Denn auch damit müssen sich die Studierenden später auskennen. Professor Wolf schaut ihnen über die Schulter und gibt Tipps. Vor einem Jahr ist der Masterstudiengang unter seiner Leitung zum ersten Mal gestartet. Das Studium soll Wissen über computergestützte Simulation und experimentelle Tests vermitteln.
Im Bereich Simulation setzen sich die Studierenden intensiv mit Verfahren und Simulationstechniken auseinander. In der Test- und Prüftechnik werden die Studierenden mit der Versuchsplanung und -auswertung durch statistische Methoden und den technischen Aspekten von Test- und Prüfständen vertraut gemacht.
Bei der Masterarbeit im dritten Semester haben sie die Möglichkeit, sich in Kooperation mit Unternehmen auf ein Thema aus der industriellen Praxis zu konzentrieren oder mit einem Forschungsinstitut zusammenzuarbeiten. "Für den anspruchsvollen Beruf des Versuchsingenieurs bietet der Masterstudiengang eine passgenaue Ausbildung", bestätigt Christoph Maag, Leiter Zentrale Prüftechnik der Brose Gruppe. Er unterrichtet das Modul Versuchs- und Prüfstandtechnik. "Die Studenten erlangen maßgebliche Kompetenzen in statistischer Versuchsplanung, Simulation und Prüfstandtechnik. Entsprechend qualifizierte Fachleute treiben die Verzahnung von Entwicklungs- und Validationstätigkeiten voran."