Im Fokus der Aufmerksamkeit liegen im Moment die Schwierigkeiten berufstätiger Eltern, wenn ihre schulpflichtigen Kinder oder Kindergartenkinder zuhause betreut werden müssen. Die Beschäftigung dieser Altersgruppen in Zeiten von Corona zu gewährleisten und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, ist herausfordernd. Kaum beachtet wird aber noch die Gruppe der Babys und Kleinkinder.

Zumindest für Familien mit kleinen Babys scheint sich nicht viel geändert zu haben, könnte man denken. Kaum ein Kind kommt schon in eine Krippe, bevor es zumindest ein halbes Jahr ist. Das Kind ist sowieso zuhause und wird nun weiterbetreut wie immer. Aber ist das wirklich so?

In die Erziehungsberatungsstelle Forchheim kommen auch Familien mit ganz kleinen Kindern. Babys, die durch unstillbares Schreien auffallen oder die die Nacht für sich und ihre übermüdeten Eltern zum Tag machen. Neben vielen Hilfsmöglichkeiten wie dem Erstellen von Schlafprotokollen und deren Auswertung sowie Aufklärung über entwicklungsbedingte Besonderheiten liegt in der Beratung solcher belasteten Familien das Hauptaugenmerk darauf, Entlastungsmöglichkeiten für die Eltern zu schaffen.

Diese Entlastungsmöglichkeiten sind in manchen Familien geradezu lebensnotwendig. Denn dauernder Schlafentzug der Eltern oder langanhaltende Beschallung mit übermäßig starkem Babygeschrei bringt Menschen extrem an ihre körperlichen und nervlichen Grenzen und kann regelrecht wie Folter empfunden werden. Da brauche es dringend einen Ausgleich, um die Beziehung zum Kind nicht zu gefährden oder im schlimmsten Fall nicht in Aggression gegen das Kind umzuschlagen.

Doch wie soll Entlastung aussehen, wenn die Großeltern in Corona-Zeiten möglichst nicht mit kleinen Kindern zusammenkommen sollen und die Eltern nicht entlasten können? Und was tun, wenn auch andere nicht einspringen dürfen, da über die Kernfamilie hinaus keine Kontakte erlaubt sind? In diesem Fall ist es laut Erziehungsberatung unerlässlich, dass beide Elternteile offen miteinander umgehen. Es ist wichtig sich einzugestehen, wenn man nicht mehr kann.

Dann gilt es zu überlegen: Was wäre entspannend? Rausgehen, Sport treiben? Den Partner mit dem Kind rausschicken? Oder einfach auch die Erlaubnis bekommen, mal für eine Stunde sich um nichts, was mit Haushalt und Baby zu tun hat, kümmern zu müssen? Solch kleine Auszeiten können zwar das Grundproblem nicht lösen, aber mit ein wenig mehr Ruhe und Nervenstärke könne man die Belastung besser aushalten.

Elternteile, die nach einer Trennung ganz alleine mit einem Säugling sind, können sich in der gerade herrschenden Situation noch viel weniger Unterstützung holen. Hier geht es eher darum, über Notfallpläne nachzudenken. Wenn man das Gefühl habe, dass Wut und Verzweiflung überhand nehmen würden, dann solle man das Kind sicher in seinem Gitterbett ablegen und sich Zeit geben, sich zu beruhigen. Empfehlung der Familienberatung: "Rufen Sie eine vertraute Person an, die Sie am Telefon unterstützt. Auf keinen Fall lassen Sie es so weit kommen, dass Sie Ihr Kind schütteln - das kann lebensgefährlich sein! Holen Sie sich professionelle Unterstützung!"

Auch in Corona-Zeiten finde sich kostenfreie Beratung für Eltern von Babys und Kleinkindern bei der Erziehungsberatung Forchheim. Auch über das Telefon sei eine Analyse der Situation möglich und es könne an Verbesserungen gearbeitet werden. In der Regel würden ein bis vier Gespräche reichen für eine Verbesserung der Situation in dem Umfang, dass Betroffene gut damit leben könnten. red