Warum macht Stress manche Menschen krank und andere nicht? Dieser Frage ist der "Arbeitskreis Psychosomatisches Versorgungsnetz Main-Rhön" im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der Seelischen Gesundheit in einer Informationsveranstaltung nachgegangen. Hauptredner des Abends unter dem Motto "Gestresste Gesellschaft - Was tun?" war Dr. Hans-Peter Selmaier, Chefarzt der Fachklinik Heiligenfeld.

Er erinnerte daran, dass bereits im Jahr 2010 Dr. Joachim Galuska, Vorsitzender und Gründer der Heiligenfeld GmbH, und weitere leitende Ärzte psychosomatischer Kliniken in einem Aufruf zur psychosozialen Lage in Deutschland ihre tiefe Erschütterung über das Ausmaß seelischer Erkrankungen und psychosozialer Probleme zum Ausdruck gebracht haben.

Verschiedene Faktoren

Diese immer noch zunehmenden psychosozialen Belastungen des Einzelnen entstehen laut Dr. Selmaier durch individuellen und gesellschaftlichen Stress, wie beispielsweise Leistungsanforderungen, Informationsüberflutung, persönliche und berufliche Überforderungen, Konsumverführungen, aber auch durch viele andere Ursachen.

"Ein Burnout tritt nicht plötzlich auf. Aus Vernachlässigung eigener Bedürfnisse entstehen allmählich Leere und Depressionen, ohne dass man sich dessen bewusst ist", warnte Dr. Selmaier.

Achtsamkeit und Meditation

Nicht nur der Einzelne, sondern auch die Gesellschaft kann etwas gegen Stress tun, sagte Dr. Selmaier. Die Pflege von Hobbys, Bewegung und Sport, aber auch einfach mal Nichtstun, Achtsamkeit oder Meditation würden beispielsweise gegen Stress helfen. Im beruflichen Bereich würden beispielsweise eine sorgfältige Organisations- und Teamentwicklung, Supervisionen und auch Coaching weiterhelfen. red