Der Kulmbacher Campus wächst, schrittweise kommen immer mehr Studierende, Professoren und weitere Mitarbeiter an den neuen Unistandort, und all das muss koordiniert und verwaltet werden. Zu diesem Zweck wurden im März die beiden Studiengangskoordinatorinnen Helke Biehl und Pia Kaul eingestellt. "Wir teilen uns eine Vollzeitstelle, die Arbeit im Team funktioniert großartig", erklärt Pia Kaul.

Die 38-Jährige stammt aus Kulmbach, besuchte das Caspar-Vischer-Gymnasium und studierte in Bayreuth Biologie. "Promoviert habe ich in ökologischer Mikrobiologie", sagt sie. Während einer spannenden Zeit in der Forschung am Leibniz-Institut in Braunschweig, in der sie viele Erfahrungen auf Auslandsexkursionen machen konnte, entdeckte Pia Kaul, dass ihr das Koordinieren und der Umgang mit den Studierenden viel Freude macht. "Nach meiner Elternzeit wollte ich dann dort weitermachen", sagt die Mutter von zwei Mädchen. Es folgte ein Lehrauftrag an der Fachhochschule Coburg für Biologie, wobei sie als Kulmbacherin den neuen Campus bereits im Blick hatte. "Es ist unglaublich spannend und etwas Besonderes, in der eigenen Heimatstadt an einem solchen Projekt mitwirken zu können", sagt Pia Kaul.

Zusammen mit ihrer Kollegin Helke Biehl kümmert sie sich um ein vielfältiges Gebiet. "Wir koordinieren Studium und Lehre und bauen die neue Fakultät von der Verwaltungsseite her auf", erklärt Biehl. In Kooperation mit dem Hauptcampus in Bayreuth entstehe so ein Servicezentrum für Studierende.

Die Studiengangskoordinatorinnen sind Ansprechpartner für die gesamte Fakultät, sie begleiten die Einführung der ersten Studiengänge und beteiligen sich an den Auswahlrunden der Studienbewerber. "Unser Anspruch ist es momentan, unsere Studierenden beim Namen zu kennen, der persönliche Kontakt ist insbesondere in dieser Anfangsphase sehr wichtig."

Pioniere

Die Studierenden beim Ankommen im neuen Land, in einer neuen Stadt zu begleiten, darum geht es auch Helke Biehl (41). Sie stammt aus der Nähe von Heidelberg, studierte Anglistik an der Universität Bayreuth. "Damals waren wir mit diesem Studiengang in Bayreuth auch Pioniere", erinnert sie sich. Nach 15 Jahren bei einer Akkreditierungsagentur absolvierte sie ein berufsbegleitendes Studium in Hochschul- und Wissenschaftsmanagement, wurde Mutter von zwei Töchtern. "Irgendwann war Luft für Neues, da habe ich mich für die neue Fakultät beworben."

Hoch motiviert

Beide Studiengangskoordinatorinnen bringen ganz unterschiedliche Biografien mit, "wir spiegeln die Interdisziplinarität der Fakultät gut wider", fänden aber auch ihre Gemeinsamkeiten, wie die sehr hohe Motivation und die Interessen.

"Wie ernähre ich mich gesund? Woher kommen die Lebensmittel? Wie ist es um die Qualität bestellt?" Solche Themen seien in Kulmbach perfekt aufgehoben. Überhaupt hätten die beiden den Eindruck, dass die Kulmbacher für das Projekt Unicampus brennen. "Natürlich braucht es Zeit, wenn man nicht direkt involviert ist, aber ich bin sicher, dass die Identifikation wachsen wird, sobald der Campuscharakter zu erkennen ist", sagt Helke Biehl. Es gebe viele positive Signale aus der Bevölkerung und seitens der Politik, "alle wollen den Erfolg sehen".

Und was machen die beiden privat? "Ich bin ein absoluter Familienmensch", sagt Kaul. Sie genießt ihren Garten und reitet leidenschaftlich gerne, das sei ein guter Ausgleich. Mit ihrer Kollegin hat Biehl die Liebe für den Garten gemein, außerdem unternimmt sie gerne Ausflüge in die Natur, am liebsten mit Familie und Freunden.