Über die Biotonne der Kreisbürger sammelt die Abfallwirtschaft des Landkreises Forchheim jährlich rund 12 000 Tonnen Bioabfälle ein. Der Gesetzgeber schreibt dem Landkreis vor, die Bioabfälle zu verwerten, "soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist". Aber immer mehr Fremdstoffe in der Biotonne machen die Verwertung aufwendig und vor allem teuer. Das schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung.
Der Landkreis Forchheim lässt den Bioabfall gegen Zuzahlung über ein Unternehmen verwerten. Dort werden die feineren und mittleren Anteile des Abfalls herausgesiebt, in einer Biogasanlage vergärt und in Strom für etwa 2000 Haushalte, Fernwärme, Gas und flüssige Gärreste umgewandelt. Aus den gröberen Anteilen wird auf einer gesonderten Anlage des Unternehmens wertvoller Landwirtschaftskompost gewonnen. "Dadurch ist es möglich, alle Bestandteile des Bioabfalls optimal und gesetzeskonform zu verwerten. Gleichzeitig wird damit ein lokaler Beitrag zur Energiewende geleistet", schreibt das Landratsamt. Allerdings sei zu beklagen, dass rund 400 Tonnen pro Jahr der angelieferten Biomüllmenge aus Störstoffen bestehen, die weder der Vergärung noch der Kompostierung zugeführt werden können.


Vermüllung von Wasser

Insbesondere handelt es sich dabei um Plastiktüten, Flaschen, Verpackungen und Getränkekartons, oft leider auch Restmüll, der in den Biotonnen zu finden ist. Diese Störstoffe müssen aussortiert und im Müllheizkraftwerk verbrannt werden. Die dafür anfallenden Kosten gehen zulasten des Gebührenhaushalts der Abfallwirtschaft. Dies wirkt sich wiederum auf die Müllgebühren aus.
Besonderen Ärger bereitet der Plastikanteil unter den Störstoffen. Die Problematik rückte zuletzt durch die Vermüllung von Gewässern und Weltmeeren durch Kunststoffe in den Fokus der Medien. Kunststoff, zum Beispiel aus Plastiktüten, Verpackungen, Resten von Bauteilen, Möbeln wird spröde und zerfällt in kleinste Teile. In den Anlagen, die der Landkreis Forchheim beschickt, ist es selbst unter Anwendung zusätzlicher Feinabsiebungen kaum zu vermeiden, dass Mikroplastik in den Landwirtschaftskompost gelangt, welcher aus dem Bioabfall gewonnen wird.
Was Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden anrichtet, ist noch nicht abzusehen und Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen. Klar ist jedoch, dass der Gesetzgeber die bisher noch erlaubten Grenzwerte für Fremdstoffe in Landwirtschaftskompost ab 2017 herabgesetzt hat.
Damit verursachen Störstoffe im Bioabfall neben hohen finanziellen Aufwendungen allem Anschein nach auch negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Kein Gartenbesitzer würde eine Plastiktüte oder einen Joghurtbecher auf seinen eigenen Kompost geben. Genauso wenig dürfen diese Fremdstoffe in die Biomülltonne geworfen werden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Forchheim appelliert deshalb an die Nutzer von Biotonnen, nur die für die Biotonne zulässigen Stoffe einzugeben und wird in Zukunft wieder verstärkt den Inhalt der Tonnen kontrollieren.
"Bei Fehlbefüllungen werden die Biotonnen nicht mehr mitgenommen", schreibt das Landratsamt . Darüber hinaus sind laut dem Amt Biomülltüten aus Maisstärke zwar gut gemeint, haben jedoch nicht den gewünschten Effekt. Diese werden ebenfalls aussortiert, verrotten sehr langsam, stören die Technik der Biogasanlage und verschlechtern die Qualität des Komposts. red