Aus Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei, stammt Alexandra Molitorisova, die als Doktorandin die Fakultät "Food Quality and Safety" am neuen Kulmbacher Uni-Campus bereichert. Studiert hat die 30-jährige Juristin an der Universität in Prag, und zwar nicht nur Jura, sondern auch Biotechnologie.

"In Tschechien arbeitete ich als Rechtsberaterin für meine Kunden, hauptsächlich in Sachen Lebensmittelrecht", erzählt Alexandra Molitorisova. Seit Anfang Oktober ist sie nun in Kulmbach und hofft, auch über ihre Doktorandenzeit hinaus hier bleiben zu können. "An der neuen Fakultät in Kulmbach gefällt mir, dass hier all meine Interessen zusammen finden, ich wollte das unbedingt machen."

Erfahrungen mit dem Leben in Deutschland hatte sie bereits in den vier Jahren sammeln können, in denen sie diverse Forschungsarbeiten an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena durchführte. "Ich kannte daher die Gegend und wusste, worauf ich mich einlasse." Und wo erhalte man sonst die Chance, einen komplett neuen Studien- und Forschungsbereich mit aufzubauen? "Wenn ich hier täglich aus meinem Bürofenster auf die alte Spinnerei schaue, bekomme ich richtig Gänsehaut", verrät die Slowakin. "Was hier wächst, ist unglaublich. Das ist ein einzigartiges Projekt und kann sich zu einem Hotspot für die zukünftige Innovation und Bildung im ländlichen Raum entwickeln."

Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten in Kulmbach beschäftigt sich Alexandra Molitorisova mit CRISPR, einer neuen, molekularbiologischen Methode, DNA gezielt zu schneiden und anschließend zu verändern. "Man hat davon vielleicht schon gehört, denn der diesjährige Nobelpreis für Chemie wurde für eben diese Methode verliehen." Die Technologie hätte ein disruptives Potenzial dahin gehend, "wie wir neue Pflanzen züchten, Energie verbrauchen, Krankheiten behandeln".

Sehr gut ausgelastet

Dabei betont sie, dass sich CRISPR von gentechnisch veränderten Organismen unterscheidet. "Und ich kümmere mich um die regulativen Aspekte von CRISPR, ich untersuche, wie wir das Verfahren am besten regulieren können."

Die junge Doktorandin ist in Kulmbach aktuell sehr gut ausgelastet, sie schreibt neue Artikel, bereitet Kurse vor, viel Freizeit bleibt da nicht. "Aber ich reite gerne und hoffe, die Gegend bald näher erkunden zu können und mehr Zeit fürs Klavierspielen zu finden."