Michael Memmel Nein, OB Andreas Starke muss nicht seinen Hut nehmen, weil er bei der Eröffnung eines Schönheitssalons keine Maske getragen und den Mindestabstand zu anderen Gästen nicht eingehalten hat - und das dummerweise auch noch auf einem Foto festgehalten wurde. Die Pandemie ist zwar ernst, aber so dramatisch ist sie (noch) nicht, dass sich daraus ein großer Skandal konstruieren ließe.

Und doch: Da eine Anzeige wegen dieser Ordnungswidrigkeit vorliegt, muss das Ordnungsamt der Angelegenheit nachgehen und gegebenenfalls ein Bußgeld gegen den eigenen Chef verhängen. Gleiches Recht für alle. Wie ist nun also der Sachstand bei Starkes Maskengate, das sich ja bereits Anfang August abgespielt hat? Aus dem Rathaus hieß es dazu vor wenigen Tagen: "Das Ordnungswidrigkeitsverfahren ist in der Phase, dass ein formeller Anhörungsbogen auf dem Weg zu ihm ist." Das war in etwa auch der Status vor zwei Monaten. Die Wege im Rathaus, die der Anhörungsbogen nehmen muss, scheinen in dieser Sache sehr lang zu sein.

Deutlich kürzer sind sie bei einem anderen Masken-Vorfall: Der Bamberger Hotelbesitzer, der auf einem Schild auch Gäste ohne Maske willkommen heißt, wird nicht bestraft. Hier hätten sich keine "verfolgbaren Tatbestände ergeben". Sein Handeln war grenzwertig, "aber legal". Für diese Feststellung hat das Ordnungsamt übrigens nicht mal drei Wochen gebraucht. Es gibt sie also doch, die Abkürzungen auf den Behördenwegen.