Die Gebietsbetreuung in Bayern gilt als Erfolgsmodell für den kooperativen Naturschutz. 70 Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer sind derzeit in 60 besonders wertvollen Landschaften Bayerns gemäß dem Leitspruch "Naturschutz. Für Dich. Vor Ort." aktiv, um deren Naturschätze zu bewahren und die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen zu fördern. Die Finanzierung der Gebietsbetreuerstellen erfolgt durch die Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds und verschiedene regionale Projektträger wie Naturschutzverbände, Naturparke und Landschaftspflegeverbände.

Zum 20-jährigen Jubiläum der Gebietsbetreuung in Bayern findet in diesem Jahr in jedem Regierungsbezirk eine kleine Jubiläumsveranstaltung statt - jetzt auch im Naturschutzgebiet "Lange Rhön". Zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung gefolgt, darunter die Landtagsabgeordneten Patrick Friedl und Paul Knoblach, die Vorsitzende des Bayerischen Naturschutzfonds, Ulrike Lorenz, sowie der Bereichsleiter Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz an der Regierung von Unterfranken, Bertram Eidel. Natürlich waren auch die unterfränkischen Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer und deren jeweilige Projektträger vertreten.

Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann eröffnete die Veranstaltung mit einer Vorstellung des Naturschutzgebietes Lange Rhön, in dem sich seit 2003 Gebietsbetreuer Torsten Kirchner unter anderem um die blütenreichen Bergmähwiesen und das Birkwild kümmert.

Ulrike Lorenz stellte die enorme Zielstrebigkeit, Kreativität und Akzeptanz der Gebietsbetreuer heraus. Dies sei trotz unterschiedlichster Aufgaben offenbar eine gemeinsame Eigenschaft. Dem Lob schloss sich Regierungsvertreter Bertram Eidel an. "Überall wo Gebietsbetreuer im Einsatz sind, klappt es sehr gut", so Eidel. Sie seien unverzichtbare Bindeglieder zu den Landnutzern.

Die Arbeitsschwerpunkte der jeweiligen Gebietsbetreuer stellten diese dann anhand mitgebrachter Präparate und Fotos selbst vor. Diese reichten vom ausgestopften Feldhamster bis zum Wasserbüffel-Schädel.

Allerdings wurde nicht nur geredet, sondern auch angepackt. Mit Sensen und Ampferstechern rückte die Feiergesellschaft gemeinsam einem blühenden Lupinen-Bestand zu Leibe. Die aus Nordamerika stammende Pflanze droht die Borstgrasrasen und Bergmähwiesen der Rhön einzunehmen. Das Management solcher Problemarten, inklusive der Planung und Koordination von Rückdrängungsmaßnahmen sowie eine entsprechende Aufklärungsarbeit, zählt zu den typischen Aufgaben mehrerer Gebietsbetreuer. ruf