W enn man sich die Prospekte so anschaut, die allwöchentlich in den Briefkasten flattern, dann könnte man meinen, wir Deutschen seien ein Volk von Billigheimern. Geiz ist nicht nur salonfähig, er ist sogar "geil". Schnäppchenjagen ist Volkssport Nummer 1. Hauptsache billig; die Qualität spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Manchmal frage ich mich, ob diese Mentalität auch auf unseren Glauben abfärbt. Ob wir da auch alles möglichst billig haben wollen. Nur nicht zu viel investieren, nicht zu viel Zeit, nicht zu viel Geld, nicht zu viel Kraft. Mit all dem müssen wir haushalten in einer Welt, die immer mehr Anforderungen an uns stellt.

Die Heiligen auf dem Altar in meiner Abtswinder Kirche - ihre Gedenktage haben wir allesamt in den vergangenen Wochen begangen - erzählen mir eine andere Geschichte: Drei junge Frauen, die ihren Glauben mit dem Leben bezahlt haben. Barbara lebte der Legende nach Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedien in der heutigen Türkei. Ihr Vater unternahm manches, um sie vom christlichen Glauben fernzuhalten. Trotzdem fand die Botschaft von Jesus ihren Weg zu der jungen Frau. Sie ließ sich taufen. Weder gutes Zureden noch Drohungen noch Folter nützten etwas - Barbara ließ sich nicht vom Glauben abbringen und starb als Märtyrerin. In ihrer Zelle soll sie tote Zweige mit Wassertropfen aufgepäppelt haben, sodass sie nach einigen Tagen zu blühen begannen, Zeichen für das Leben mitten im Tod.

Auch die hoch gelehrte Katharina weigerte sich, ihren Glauben aufzugeben und stattdessen Götzenopfer zu bringen. Sie argumentierte so gut, dass stattdessen die kaiserlichen Philosophen sich zum Christentum bekehrten. Auch sie wurde hingerichtet.

Elisabeth von Thüringen war zwar keine Märtyrerin, opferte sich aber für ihren Glauben so sehr auf, dass sie sogar ihre Kinder verließ und gerade einmal 24 Jahre alt wurde.

Auch wenn diese radikale Hingabe möglicherweise der legendarischen Zuspitzung geschuldet ist, die Frage der drei Frauen bleibt: Was lasse ich mich meinen Glauben kosten?

Beate Krämer (51) ist Pfarrerin in Abtswind (Kreis Kitzingen). Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihre Lieblingshobbys sind Lesen und Orgel spielen. Ganz wichtig ist ihr die Ökumene: "mehr das zu sehen und zu feiern, was uns eint, als was uns trennt". Kontakt: pfarramt.abtswind@elkb.de