Bernhard Panzer

Es sind noch ein paar Tage Zeit, bis in den Fahrgeschäften auf dem Festplatz die Sirenen ertönen und die Lautsprecherdurchsagen die Männer ermutigen, ihre Damen tapfer zu beschützen. Während drüben auf dem Podium die ersten Krüge Freibier gefüllt werden und die Freude schäumt wie der Gerstensaft, dass wieder Kerwa ist im Weihersbach. Noch ist vieles ruhig, der Festplatz war am Dienstag noch nahezu leer und auch die Keller verhalten sich abwartend, als wollten sie nochmal kurz verschnaufen.
Am kommenden Freitag um 19 Uhr ist Bieranstich zur 66. Sommerkirchweih in Herzogenaurach. Es wird eine Kerwa wie gewohnt, aber ein paar mehr Sicherheitsbestimmungen sollen greifen, wie zuletzt beim Altstadtfest. Dafür ist diesmal keine Welt- oder Europameisterschaft im Fußball gesagt. Also eine ganz normale Veranstaltung? Nein: Das Wetter soll besser werden als schon oftmals im Juli, und es ist die 66. Sommerkirchweih. Keine Frage, dass bei solch einer närrischen Zahl das Treffen der Ehrengäste nach dem Anstich beim Karnevalsclub (KCH) auf dem Volkshaus-Keller stattfindet.
Und es wird auch diesmal ein Programm geben, wie man es von den letzten Jahren her kennt. Am Freitag der Bieranstich, mit dem Einzug der beiden Spielmannszüge; am Samstag das Baumaufstellen durch die Kirchweiholdies- und burschen, diesmal zum 25. Mal. Am Montag der traditionelle Ehrungsabend ehrenamtlich engagierter Bürger, am Mittwoch der Seniorennachmittag mit der Schaeffler-Bigband und am Donnerstag der Familiennachmittag mit verbilligten Preisen.
Der Gottesdienst, der auch schon seit ein paar Jahren wieder gefeiert wird, ist diesmal am zweiten Sonntag. Am Abend dieses Abschlusstags ist auch ein Feuerwerk angesagt. Das richten die Festwirte aus, und die Stadt gibt einen Zuschuss von 600 Euro. Das sagte Bürgermeister German Hacker nebst Mitarbeitern beim Pressegespräch zur Kerwa am Dienstagvormittag im Rathaus.
Kurz darauf verschlug es Ordnungsamtsleiter Gerd Lorenz und seine Mitarbeiterin Heike Kraus hinaus auf den Festplatz. Mit dem Lageplan bestückt, ging man den ankommenden Schaustellern zur Seite. Ein paar Wagen standen da schon bereit. Die ersten waren Reithmayer, Drliczek und Sabine Paul. Nach und nach kamen die nächsten Schausteller dazu, so wie auch die Rudolph-Töchter Sabrina und Daniela, die den Lkw mit Anhänger an Ort und Stelle brachten. Ladung: das traditionelle Kinderkarussell. Spätestens am Donnerstag sollten sich die Lücken füllen, meinte Gerd Lorenz. Denn viele Schausteller sind noch anderweitig unterwegs und reisen erst an.
Auch wenn man keine Klischees bemühen sollte: Irgendwie muten sie an wie eine große Familie, die Schausteller der Sommerkirchweih. Und die Leute vom Rathaus fügen sich da harmonisch ein. So war es ein großes Hallo, als Lorenz und Kraus die Gäste begrüßten, die nach und nach eintrafen. So wie Rainer Hartwig, den Schwiegersohn der Babette Heimlich, deren Familie - wie viele andere Schausteller auch - zu den festen Größen der Sommerkirchweih gehört. Man sieht bekannte Gesichter, man kennt sich, sagte Lorenz. Auch Hartwig gefällt das, und er kann sicher für viele andere auch sprechen. Er wisse genau, wen er fragen kann und dass es in Herzogenaurach keine Probleme gibt, die man nicht lösen könne.
Derweil wurde nebenan gezimmert und genagelt: Heiko Dilger übergab seine Bude an die Familie Gafuri, die dort zum ersten Mal Eis verkaufen will. Sie sind den Herzogenaurachern bekannt als die Betreiber des Eiscafé Cortina am Marktplatz.
Ein Publikumsmagnet dürfte das Rundfahrgeschäft "Roll over" werden. Die Familie Zinnecker verspricht damit eine rasante, fetzige Fahrt.
Weitere Infos gibt es auf den Flyern und herzogenaurach.de