von unserer Mitarbeiterin 
Veronika schadeck

Ludwigsstadt — Rund 292 000 Euro sollen in die Errichtung einer Bushaltestelle mit Wendeschleife in Lauenstein, gegenüber des Angers, investiert werden. Die erwartete Zuschusshöhe aus den Bereichen ÖPNV und Städtebau beläuft sich dabei auf 202 900 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei etwa 89 000 Euro. Ein Buswartehäuschen soll im Zuge dieser Maßnahmen in eine alte Schreinerei integriert werden.
Gerhard Rentsch (CSU) fragte in der Stadtratssitzung, ob es denn nicht besser sei, diese "alte Bude" zu beseitigen und stattdessen etwas Neues zu bauen. Das sei nicht möglich, entgegnete Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD), denn damit würden 174 000 Euro Fördermittel infrage gestellt werden.
Die Regierung von Oberfranken vertrete die Auffassung, dass die alte Schreinerei städtebaulich aufgewertet werden könnte. Der Bürgermeister stellte klar, dass er diese Maßnahme noch 2015 realisieren wolle, da das Staatliche Bauamt für 2016 die Straßenbaumaßnahme "Ewige Brücke" bei Lauenstein in Angriff nehmen wolle und im Zuge dessen eine Vollsperrung erfolge.
Zuvor stellte die Mitarbeiterin des Regionalmanagements, Landkreis Kronach, Michaela Morhard, das Mobilitätskonzept des Landkreises vor und ging insbesondere auf die Stadt Ludwigsstadt ein. Das Besondere in Ludwigsstadt sei, dass die Altersgruppe über 65 Jahre dominant sei. Im Vergleich dazu würde in den anderen Gemeinden die Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahren den Schwerpunkt bilden.
In den letzten 20 Jahren habe die Stadt ein Minus von 479 Einwohnern auf derzeit rund 3400 verzeichnen müssen. Bis 2021 werde ein weiterhin ein Verlust von 229 Einwohner prognostiziert.

15 Prozent Rücklauf

Als eine gute Quote bezeichnete sie den Rücklauf der vom Landratsamt ausgeteilten Fragebögen bezüglich der Bedarfsanalyse beim Mobilitätskonzept. 506 Fragebögen (15 Prozent) seien demnach zurückgekommen. Klar komme zum Ausdruck, so Morhard, dass die Arbeitswege in die Stadt, nach Steinbach und Tettau die Schwerpunkte bilden, Kronach und Coburg würden eher eine untergeordnete Rolle einnehmen.
Deutlich sei zudem geworden, dass mitunter Arbeitnehmer aus Pressig und Teuschnitz ihren Lebensunterhalt in Ludwigsstadt verdienen und die Einwohner aus den umliegenden Gemeinden in der Stadt einkaufen.
Überwiegend werde als Verkehrsmittel der Pkw genutzt. Sie betonte, dass es beim Mobilitätskonzept um eine räumliche und zeitliche Verbesserung des Bedarfsverkehrs gehe. Man wolle nun ein flexibles Angebot erstellen und eine Buchungsplattform errichten.
Keine Unterstützung gibt es für die Kirchengemeinde in Steinbach/Haide. Diese hatte in einem Antrag um einen Zuschuss in Höhe von 7500 Euro für die Sanierung gebeten. Gerhard Rentsch CSU) schlug vor, die Kirchengemeinde mit 5000 Euro zu unterstützen. In diesem Zusammenhang sprach er die in der Kirche vorhandenen 700 Jahre alten Fresken an, die auch im Tourismus Beachtung finden.

Kein Zuschuss für die Kirche

Ehrhardt entgegnete, dass die Stadt sich aufgrund ihrer Finanzlage in der Haushaltskonsolidierung befinde. Er zweifelte die Zustimmung der Rechtsaufsicht an. Er wies darauf hin, dass von den rund 218 000 Euro anfallenden Sanierungskosten lediglich 20 000 Euro für den denkmalpflegerischen Aufwand verwendet werden. Zudem unterstütze die Stadt generell keine kirchlichen Sanierungsmaßnahmen.
Hermann Feuerpfeil (FW) sah wegen des denkmalpflegerischen Aspekts den Landkreis in der Pflicht. Letztendlich folgte das Gremium der Ansicht des Bürgermeisters mit 10:5 Stimmen.
Einstimmig wurden dagegen die Investitionen in die Abwasserentsorgung bei den Kläranlagen in Ludwigsstadt und Lauenstein befürwortet. Hier wies Marcel Brechenbacher von der Firma Südwasser darauf hin, dass bei den Kläranlagen unter anderem die Maschinentechnik, die Phosphat-Onlineversorgung, die Zulaufschnecke etc. erneuert werden müssen. Für die Kläranlage Ludwigsstadt sind nun Gesamtmaßnahmen in Höhe von 73 000 Euro und für Lauenstein in Höhe von 129 000 Euro vorgesehen. Außerdem soll die Erneuerung des Abwasserkanals in der Flurstraße in Ebersdorf vorangebracht werden.