Buchdrucker und Kupferstecher sind in diesem Fall keine alten Handwerksberufe, sondern gefürchtete Waldschädlinge. Es handelt sich um zwei Arten von Fichtenborkenkäfern, die auch dieses Jahr ihr Unwesen treiben. Ihre Namen kommen von den Mustern, die die Larven unterhalb der Baumrinde graben. Durch die Bastschicht fließt das Lebenselixier des Baumes. Ähnlich wie unser Blut transportiert es Nährstoffe zu lebenswichtigen Organen. Wird der Fluss von der Krone zu Stamm und Wurzeln gestört, bricht der Stoffwechsel zusammen. "Das ist wie ein Multiorganversagen. Irgendwann kommt der Wassertransport zum Erliegen, dann stirbt der Baum", sagt Fritz Maier, Leiter der Bayerischen Staatsforsten in Nordhalben. Im Frühjahr beginnen die Käfer bei Temperaturen von 16,5 Grad Celsius auszuschwärmen. Haben die männlichen Späher einen Baum gefunden, senden sie Sexualpheromone aus, um Weibchen anzulocken.