Warlam Schalamow (1907-1982) verbrachte viele Jahre in sowjetischen Arbeitslagern, erlebte dort Hunger, Kälte, Krankheiten, menschliche Grausamkeiten, Tod und Verzweiflung. Über diese Lagerzeit schrieb er später in seinen vier Bände umfassenden "Erzählungen aus Kolyma", die zu den wichtigsten Texten über den Gulag zählen. Zu seinen Lebzeiten wurden in der UdSSR nur fünf kleine Gedichtbände von ihm veröffentlicht.
Der Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft hat gemeinsam mit der Universitätsbibliothek die multimediale Ausstellung des Literaturhauses Berlin über den russischen Schriftsteller Warlam Schalamow nach Bamberg geholt. Sie führt mit Texten, Fotos, Videos und Objekten aus der Lagerwelt in das Leben und Werk von Schalamow ein. Die Ausstellung ist vom 14. April bis 12. Juni in der Universitätsbibliothek Bamberg, Teilbibliothek 4, Heumarkt 2, zu Gast. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8.30 bis 24 Uhr, Samstag von 10 bis 20 Uhr und Sonntag von 10 bis 20 Uhr.
Zur Ausstellungseröffnung am morgigen Mittwoch um 19 Uhr in der Teilbibliothek 4 wird ebenfalls eingeladen. Auf dem Programm steht unter anderem ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung mit Christina Links, die gemeinsam mit Wilfried F. Schoeller die Ausstellung kuratiert hat.
Weitere Veranstaltungen zu Warlam Schalamow: Am 20. April hält Wilfried F. Schoeller um 18 Uhr einen öffentlichen Vortrag über die "Erzählungen aus Kolyma" in der Teilbibliothek 4; am 21. Juni findet der Schalamow-Filmabend "Meine verschiedenen Leben" mit anschließender Diskussion im Gebäude An der Universität 11, Raum 00.16, statt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Ein Katalog in der Teilbibliothek 4 erhältlich. red