Es geschah am frühen Abend des 1. Mai 2019 am Goldbergsee: Vier junge Männer prügeln auf einen anderen ein, versetzen ihm Tritte gegen den Kopf, als er am Boden liegt. In die Medien gelangte der Vorfall damals, weil die Kriminalpolizei Zeugen des Vorfalls suchte. Die Täter selbst - insgesamt sechs junge Männer - waren kurz nach dem Geschehen schon dingfest gemacht worden. Ab Montag, 14. September, 9 Uhr, stehen die sechs aus dem Raum Coburg vor der Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts Coburg.

Die Umstände der Tat selbst schienen damals ziemlich verworren. Der Prügelei vorausgegangen war eine Begegnung zwischen dem Hauptangeklagten und der Gruppe um das spätere Opfer. Die war mit einem Bollerwagen voller Getränke an den Goldbergsee gekommen. Nüchtern waren laut dem Polizeibericht von damals keiner der Beteiligten. Der Hauptangeklagte soll ein Mitglied der Gruppe beleidigt haben. Daraus entwickelte sich eine Rangelei, die aber von anderen Mitgliedern der Gruppe unterbunden wurde.

Der Hauptangeklagte, der bei der Rangelei leicht verletzt wurde, soll danach fünf Bekannte per Telefon zum Goldbergsee beordert haben, um gegen seinen Kontrahenten vorzugehen, und zwar mit Gewalt. Als die fünf eingetroffen waren, eskalierte die Situation: Erst wurde geredet, dann Flaschen geworfen, und schließlich schlugen und traten vier der Angeklagten auf das Opfer ein. Der 30-Jährige erlitt ein Schädel-Hirn-Traume und verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Eine junge Frau verständigte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, floh ein Teil der Personen. Sie konnten aber schnell gefasst werden. Die Täter, damals zwischen 17 und 20 Jahren alt, waren bereits polizeibekannt. Weil sie als Jugendliche und Heranwachsende gelten, müssen sie sich nun vor der Jugendstrafkammer verantworten. Die Angeklagten hätten den Tod ihres Opfers in Kauf genommen, meint die Staatsanwaltschaft. Die Anklage lautet deshalb gegen vier der Beteiligten "versuchter Totschlag". Einem weiteren wird versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der damals 18-jährige Hauptangeklagte, der seine Kumpel zum Tatort beordert hatte, soll zwar an der schweren Prügelei selbst nicht beteiligt gewesen sein. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Anstiftung zum versuchten Totschlag vor. red