Höchstadt — Am Sonntagmorgen läuteten ab 6.30 Uhr in Folge und zeitversetzt die Glocken der Höchstadter Stadtpfarrkirche, der Etzelskirchener St.-Jakobus-Kirche, der Bösenbechhofener Dorfkapelle genauso wie die der Zentbechhofener St.-Leonhards-Kirche wie auch der Marienkapelle von Jungenhofen: Signal für die Ankunft der Wallfahrer, die alljährlich von Höchstadt nach Schlüsselau durch diese Ortschaften ziehen. Auf dem 16 Kilometer langen Wallfahrtsweg begleitete die Stadtkapelle Höchstadt die Pilger musikalisch.
Seit über 200 Jahren besteht diese Tradition, die 1989 durch den Höchstadter Heimatforscher Georg Söhnlein wiederbelebt wurde. Heuer stand die Wallfahrt ganz im Zeichen des Gebetes um den Frieden. Auf dem Wallfahrtsweg nahmen die Pilger die Opfer der Kriege und Gewalt genauso ins Gebet wie den Dank für den Frieden und die Bitte um den Erhalt des Friedens in Europa. Im Besonderen schaute man auf die Ereignisse in der Ukraine.

Die Botschaft Jesu leben

In seiner Predigt zeigte Dekan Kilian Kemmer das Evangelium Jesu Christi als eine einzige Friedensbotschaft auf. Jesus von Nazareth wollte keine politische Machtausübung wahrnehmen. "Vielmehr ging es ihm darum, Menschen zu versöhnen und dabei aufzuzeigen, dass Gott gnädig und barmherzig ist." Kemmer appellierte an seine Zuhörer, die Botschaft Jesu zu leben. "Wir heißen zwar nicht Merkel oder Steinmeier, doch auch wir können etwas tun, alleine schon wenn wir unseren Mund im Zaum halten. Unsere Worte können andere Menschen verbal töten, ins Abseits stellen, in ein schlechtes Licht rücken und so die Lebensgrundlage entziehen."
Die gebürtige Schlüsselauerin Gundi Gemeiner sorgte auch heuer wieder für einen reibungslosen Ablauf der Wallfahrt. Erstmals gestaltete auch der Kirchenchor unter der Leitung von Friedrich Kirschner zusammen mit Johannes Först an der Orgel den Wallfahrtsgottesdienst mit. LM