Bei der traditionellen Schlüsselauer Fußwallfahrt stand das Gebet für die Zukunft der Kirche und um die innere Erneuerung des Glaubens im Vordergrund. Begleitet von der Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer zogen die Pilger von Höchstadt über Etzelskirchen, Saltendorf, Bösenbechhofen, Zentbechhofen und Jungenhofen nach Schlüsselau. Die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt sicherte den Wallfahrtszug an der Spitze und am Ende.

Das Glockengeläute der einzelnen Kirchen und Kapellen wies auf den Durchzug der Wallfahrt in den verschiedenen Höchstadter Ortsteilen hin. Immer wieder reihten sich Wallfahrer in den Zug ein. In der Schlüsselauer Wallfahrtskirche bekannte Dekan Kilian Kemmer in seiner Predigt, dass auch er sich verraten fühlt von etlichen Aufdeckungen und Skandalen in der Kirche. Er erinnerte daran, dass auch Jesus für Geld verraten wurde und in diesem Verrat sich trotzdem treu blieb.

Jesus sei nicht in die Verhaltensmuster der Täter von einst verfallen, habe sich angepasst oder bloße Rache mit gleichen Mitteln geübt. In jedem Verrat stecke wie bei Jesus die Chance zu Neuanfang und Aufbruch. Kemmer verwies auf den jahrzehntelangen Verrat an der Umwelt und der Natur und stellte auch hier ein Umdenken und einen ökologischen Aufbruch fest. "Was im Naturschutz hoffentlich gelingt, kann auch für Glaube und Kirche Wirklichkeit werden."

Passend dazu sang der Kirchenchor unter der Leitung von Florian Mayer und von Wolfgang Först an der Orgel begleitet das Lied "Den Aufbruch wagen, wir alle sind die Kirche". red