Es muss nicht gleich Santiago des Compostela sein: Auch im Erzbistum Bamberg gibt es ein Netz von Pilgerwegen und nicht nur die großen Wallfahrtsorte Vierzehnheiligen, Gößweinstein und Marienweiher ziehen jährlich Tausende Menschen an.
Zum Wallfahrtsführer kann man sich ausbilden lassen: in einem zweiteiligen Kurs am 3. und 4. Februar. Er findet in Vierzehnheiligen und Marienweiher statt. Die Teilnehmer lernen die Voraussetzungen kennen, unter denen sich ein- und mehrtägige Pilgertouren und Wallfahrten vorbereiten und durchführen lassen, sowie spirituelle Impulse und Gebetsstationen zu gestalten. Die Theorie soll am 25. März bei einer Wallfahrt nach Marienweiher in die Praxis umgesetzt werden.
Monsignore Wolfgang Witzgall ist Leiter der Pilger- und Männerseelsorge im Erzbistum Bamberg und einer der Referenten. Von ihm wollten wir wissen:

Wird Pilgern immer "zeitgemäß" bleiben? Wer wählt heutzutage diesen Weg der Besinnung?
Wallfahren ist ein Urbedürfnis der Menschen. Es bedeutet aufbrechen, heraus aus dem Alltagstrott finden, neue Wege suchen und gehen. Auf einem Pilgerweg kann man Gottes Schöpfung auf sich wirken lassen und meditieren, in Gemeinschaft gehen und beten und doch auch zeitweise für sich allein sein und seine Lebenssituation überdenken.
Diese Impulse haben Menschen von Anfang an gesucht und praktiziert. In allen großen Religionen sind Wallfahrten wertvoller Bestandteil des Glaubensvollzugs. Heute suchen Menschen aller Schichten, nicht nur Strenggläubige, sondern durchaus auch nicht so kirchentreue Menschen solche Gelegenheiten der Besinnung und des Durchatmens.

Wallfahrtsführer müssen nicht nur das Organisatorische rund um einen Pilgermarsch im Griff haben, sondern die Teilnehmer auch "leiten". Was gilt es zu lernen, damit dies gelingt?
Der Kurs vermittelt Einblicke in die Geschichte des Pilgerns und stellt erprobte Wallfahrtserfahrungen vor. Das sind Erfahrungen bei Wallfahrten in der Erzdiözese und bei den großen Wallfahrtsorten unserer Religion: Heiliges Land, Santiago, Rom, Lourdes, Fatima.
Den Teilnehmern wird entsprechendes "Material" - Gebete, Meditationen, Statio, Lieder etc. - an die Hand gegeben, damit sie "ihre" Wallfahrt jeweils teilnehmergerecht gestalten können. Auch über rechtliche Rahmenbedingungen bei Fußwallfahrten wird informiert.

Die Fragen stellte
Sabine Christofzik